Klinisch-praktisches Jahr: Medizin-Uni Wien und Spitäler einigen sich

28. Mai 2014, 14:50
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Die Übergangslösung wird auf ein Jahr befristet, die Träger pochen weiter auf die Klärung "finanzieller Fragen"

Wien - Alle 660 Studenten der Medizin-Uni Wien, die am 4. August ihr klinisch-praktisches Jahr (KPJ) beginnen sollen, werden einen Platz in Wien erhalten. Die Uni und mehrere Spitalsträger, darunter der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV), haben sich am Mittwoch auf einen auf ein Jahr befristeten Vertrag geeinigt.

Die Uni und die Spitalsträger (KAV, KABEG, Barmherzige Brüder, Vinzenz-Gruppe, Wiener Gebietskrankenkasse) vereinbarten gleichzeitig als Voraussetzung für die Übergangslösung Verhandlungen über eine langfristige Regelung, bei der die angehenden Ärzte eine qualitativ hochstehende Ausbildung erhalten und nicht für die Systemerhaltung eingesetzt werden. "Daher sind rasche Folgegespräche notwendig, um einheitliche Qualitätsstandards zu definieren und finanzielle Fragen zu klären", erklärte KAV-Generaldirektor-Stellvertreter Udo Janßen in einer gemeinsamen Aussendung. Die Träger hatten bereits vergangene Woche eine solche Zwischenlösung vorgeschlagen.

Ziel: Einheitlicher Vertrag für ganz Österreich

Beim heuer erstmals startenden KPJ verbringen die Medizinstudenten das gesamte letzte Ausbildungsjahr im Spital. Bisher gab es in Wien allerdings zu wenige Plätze, gut zwei Drittel der Studenten hätten das Praktikum an Krankenhäusern in den Bundesländern absolvieren müssen. Eine Einigung zwischen der Uni und den Spitalsträgern war bisher daran gescheitert, dass die Träger als Entschädigung für das Praktikumsjahr zwischen 10.000 und 12.000 Euro pro Student und Jahr verlangt haben.

Die Uni hat diese Forderung mit der Begründung zurückgewiesen, dass die Studenten weitgehend fertig ausgebildet und den Spitälern damit von Nutzen seien. "Sowohl für die Krankenhäuser als auch für die AbsolventInnen ist das eine wertvolle Plattform, um den besten Ärztenachwuchs beziehungsweise einen passenden Arbeitsplatz zu finden", meinte Uni-Rektor Wolfgang Schütz in der Aussendung.

Abseits der Einigung mit der Medizin-Uni Wien streben die Träger einen einheitlichen Vertrag für alle Medizin-Studenten und alle Träger in Österreich, im Idealfall sogar in Europa, an. Derzeit müssen Studenten der verschiedenen Unis im KPJ nämlich nach unterschiedlichen Kriterien ausgebildet werden. (APA, 28.5.2014)

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