Wie man mit Seife den Diktator wegwäscht

Blog mit Video28. Mai 2014, 17:24
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Die Riahi Brothers treffen die sudanesische Aktivistin Mai Ali und lernen über die Kraft der Gewaltlosigkeit in einem Land, in dem Gewalt den Alltag bestimmt

Mai Ali ist eine 27-jährige, sudanesische Menschenrechtsverteidigerin, Aktivistin und Trainerin für den gewaltfreien Protest. Wir haben sie im Zuge der Dreharbeiten unseres Filmes Everyday Rebellion bei der Humanity in Action-Konferenz 2012 in Kopenhagen kennengelernt. Sie arbeitet gemeinsam mit mehreren NGOs und sozialen Bewegungen für gesellschaftliche Veränderungen im Sudan. In ihren Aktionen geht es darum, durch Protestmärsche, Kampagnen, öffentliche Reden und Workshops die Menschen auf ihre Rechte aufmerksam zu machen. Sie hat sich für den gewaltfreien Weg entschieden und verwendet Strategien von Gandhi, Basha Khan oder Gene Sharp. Für sie ist Gewaltfreiheit ist eine Art von Frieden und Versöhnung. Diese Versöhnung beginnt in einem selbst und verbindet dann alle Menschen persönlich miteinander. Wenn man im Sudan aufwächst, ist man von klein auf mit Gewalt konfrontiert. Das motiviert Mai Ali, die Probleme in ihrem Land nur mit gewaltlosen Mitteln zu lösen, um die Menschen wachzurütteln.

Nachdem sie 2010 in Khartum mit Menschenrechtsverletzungen konfrontiert war, begann sie in Deutschland mit der NGO “act for transformation“ zusammen zu arbeiten. Außerdem ist sie in gewaltfreien Jugendbewegungen involviert, die das Ziel haben, durch Demokratie, Menschenrechte und Gerechtigkeit für die Folteropfer das Regime und das System zu ändern. Mai Ali möchte den Menschen die Hoffnung geben, dass es eine Alternative zur Gewalt gibt und jeder das Recht auf Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden hat.

everyday rebellion

Im Oktober 2009 startete die erste Bewegung namens Girifna (“FedUp“) kurz vor den landesweiten Wahlen im Sudan. Da die Regierung keine Rücksicht auf die Bevölkerung nahm, machte Girifna der Öffentlichkeit klar, dass sie diese Regierung nicht brauchen und verlangte nach ihren Rechten. Kurz darauf bildeten sich weitere Bewegungen und unterstützten sich gegenseitig. Sie zeigten der Regierung und den Menschen anhand vieler Aktionen, dass Gewalt nicht funktioniert und das Gewaltlosigkeit die einzig, langfristige Lösung ist.

Mai Alis persönliche Ziele sind es, Gerechtigkeit und Freiheit im Sudan zu erreichen. Vor allem haben die Frauen und die Jugend keine Rechte und keine Macht. Mai Ali ist selbst Opfer des Regimes. Ihre Erfahrungen haben sie geprägt und stärker gemacht, sodass sie es es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Gewalt im Land gegen die Bevölkerung sowie den Druck der Regierung zu stoppen.

Letztendlich macht die Aktivistin auf die Bedeutung der internationalen Medienberichterstattung und Kampagnen aufmerksam. Diese sind sehr wichtig, um der Welt zu zeigen, was in den betroffenen Ländern passiert.  Davon handelt auch das heutige Video, das von einem Video der Serbischen OTPOR Bewegung inspiriert ist, in dem auf dem T-Shirt der ehemalige Serbische Präsident Milosevic zu sehen war. (Arash und Arman T. Riahi, derStandard.at, 28.5.2014)

  • Was haben "Occupy", die spanischen "Indignados" und der "Arabische Frühling" gemeinsam? Everyday Rebellion ist ein Dokumentarfilm und Crossmedia-Projekt, das den zivilen Ungehorsam feiert und die Kraft und Vielfalt der kreativen, gewaltlosen Protestmethoden weltweit miteinander in Verbindung setzt.
Bild aus dem sudanesischen Protestvideo "Girifna".
    foto: everydayrebellion.net

    Was haben "Occupy", die spanischen "Indignados" und der "Arabische Frühling" gemeinsam? Everyday Rebellion ist ein Dokumentarfilm und Crossmedia-Projekt, das den zivilen Ungehorsam feiert und die Kraft und Vielfalt der kreativen, gewaltlosen Protestmethoden weltweit miteinander in Verbindung setzt.

    Bild aus dem sudanesischen Protestvideo "Girifna".

  • Die iranischen Filmemacher und Brüder Arash T. Riahi und Arman T. Riahi sind aufgrund der Tatsache, aus einer politisch verfolgten Familie zu stammen, mit der Idee des politischen und gewaltlosen Widerstands vertraut. Für ihr erstes gemeinsames Projekt "Everyday Rebellion" haben sie eine Plattform aufgebaut, die als permanent wachsende Inspirationsquelle dienen soll. Auf derStandard.at veröffentlichen sie ausgesuchte Videos und Hintergrundinfos zu gewaltlosen Protest-Aktionen.
    foto: nela märki

    Die iranischen Filmemacher und Brüder Arash T. Riahi und Arman T. Riahi sind aufgrund der Tatsache, aus einer politisch verfolgten Familie zu stammen, mit der Idee des politischen und gewaltlosen Widerstands vertraut. Für ihr erstes gemeinsames Projekt "Everyday Rebellion" haben sie eine Plattform aufgebaut, die als permanent wachsende Inspirationsquelle dienen soll. Auf derStandard.at veröffentlichen sie ausgesuchte Videos und Hintergrundinfos zu gewaltlosen Protest-Aktionen.

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