Matura, und was dann?

30. Mai 2014, 08:16
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Diese Fragen stellen sich auch heuer wieder über 40.000 Maturanten. Die Antwort Maturareise ist damit nicht gemeint

Mit der Matura in der Tasche öffnen sich viele Türen. Doch die Richtige zu finden, ist oft gar nicht so einfach. Der CAREER Verlag lud am 27. Mai  Expertinnen und Experten zum Matura-Talk ins Gymnasium Purkersdorf.  Michael Bilina (Spezialist Recruiting & Employer Branding der Allianz Elementar), Julia Labenz (Marketingleiterin von Trenkwalder), Julia Zmölnig (Employer Brand Managerin der Bank Austria) und Monika Elsik (WIFI-Weiterbildungsexpertin) zeigten Tipps und Strategien für Maturanten.

Check der eigenen Stärken und Schwächen

Zentraler Tipp von Bildungs-Expertin Elsik, um jetzt die richtige Entscheidung für den weiteren Karriereweg treffen zu können: „Man sollte fundierte Überlegungen zu Interessen- oder Fähigkeitsschwerpunkten anstellen und dabei auch professionelle Bildungsberatung nützen.“ Wer studiert, dem rät Elsik zu Praxiserfahrung, aber auch zu Konsequenz: „Neben dem Studium  zu jobben ist eine gute Möglichkeit, braucht aber viel Selbstorganisation und Selbstdisziplin, will man das Studium  nicht vernachlässigen.“  Labenz rät zum Check der eigenen Stärken, Interessen und Kompetenzen. Trenkwalder selbst bietet allen Bewerbern einen kostenlosen Chancen- und Lebenslaufcheck an.

Kosten und Nutzen des direkten Berufseinstiegs

Beim Berufseinstieg gleich nach der Matura empfehlen die Experten, Vor- und Nachteile klar durchzurechnen. Allianz-Recruiting & Employer Branding Spezialist Bilina: „Es gibt sicher Möglichkeiten - die Konkurrenz am Arbeitsmarkt ist aber groß und heterogen.“ Man solle sich aber durchrechnen, ob man nach einem Lehrberuf im Anschluss an die Matura mittelfristig nicht mindestens gleich viel verdienen wird wie ein Akademiker.

Employer Brand Managerin Zmölnig hebt auch die Vorteile eines direkten Starts ins Berufsleben am Beispiel der Ausbildungsinitiative BestStart der Bank Austria hervor. „Das BestStart-Programm für Maturantinnen und Maturanten zeichnet sich durch eine optimale Mischung aus Wissensaufbau und Umsetzung in der Praxis aus. Während der gesamten Ausbildung werden unsere „BestStarter“ von erfahrenen Mentorinnen und Mentoren begleitet und unterstützt.“

Technik und Wirtschaft punkten immer

Klare Befunde äußerten die Diskussionsteilnehmer auf die Frage, welche Studienrichtungen wirklich karrierefördernd sind. WIFI-Expertin Elsik: „Immer gefragt  sind technische und wirtschaftliche Studienrichtungen sowie Recht. Ebenfalls  ungebrochen gefragt  sind Spezialisten im Bereich Marketing und Kommunikation.“ Die Berufschancen in den Studienfächern Pharmazie, Veterinärmedizin und Bauingenieurwesen sehen sehr rosig aus, berichtet Trenkwalder-Expertin Labenz.

Für die Banken- und Finanzbranche sind insbesondere wirtschaftswissenschaftliche Studienrichtungen sowie Rechtswissenschaften erfolgsversprechend, so Zmölnig von der Bank Austria. Allerdings: „Aufgrund des sich sehr volatil verhaltenden Arbeitsmarktes ist es heute schwer einzuschätzen, welche Bereiche in drei bzw. fünf Jahren besonders attraktiv sein werden. Daher sollte man sich bei dieser Entscheidung besonders von seinen eigenen Interessen und Stärken und weniger von Trends leiten lassen.

Soziale Kompetenzen gefragt

Neben der Aus- und Weiterbildung kommt es im Berufsleben freilich zunehmend auf soziale Kompetenzen an. „Offenheit und Interesse für Neues und für Veränderungen, Engagement und Einsatzbereitschaft sowie Kommunikationsfähigkeit“ sind aus Sicht von Weiterbildungs-Expertin Elsik erfolgsentscheidend.

Bilina setzt Ehrgeiz, Dynamik und Teamfähigkeit als selbstverständliche Voraussetzungen voraus und betont die Authentizität im persönlichen Auftritt, während Labenz empfiehlt: „Auf alle Fälle Eigeninitiative - einfach mal den Chefs zeigen, dass man etwas erreichen will und kann!“ (red)

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