Beide Australian Open-Sieger in Paris ohne Leiberl

27. Mai 2014, 22:04
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Negativpremiere: Wawrinka und Li nach Ausscheiden ratlos

Paris- Er galt als einer der möglichen Herausforderer von Titelverteidiger Rafael Nadal und Mitfavorit Novak Djokovic in Paris. Doch schon in der ersten Runde am Montag flog Australian-Open-Sieger Stan Wawrinka aus dem Turnier. Melbourne-Siegerin Li Na folgte am Dienstag - ein Novum. Erstmals in der Geschichte des Profi-Tennis sind beide Australian-Open-Sieger in Paris bereits zum Auftakt ausgeschieden.

"Es wäre egal gewesen, wer gegen mich spielt, heute hätte jede gegen mich gewonnen", meinte Li nach dem 5:7,6:3,1:6 gegen die Weltranglisten-103. Kristina Mladenovic aus Frankreich am Dienstag lakonisch. Die Weltranglisten-Zweite stiftete mit ihren Antworten mehr Verwirrung, als dass sie Fragen beantwortet hätte.

"Heute ging es um nicht Tennis, sondern um viele Dinge rings herum. Es kann alles Mögliche sein. Ich will keinen anderen Grund sagen", gab die Chinesin zu Protokoll. "Es war nicht nur ein schlechter Tag. Es hat viel mit mir selbst zu tun, ich hatte keine Ahnung, wie ich das Match spielen soll." Noch beim Aufwärmen habe sie sich gut gefühlt, auch beim Betreten des Platzes. Mit dem Druck komme sie gut klar, erklärte die Paris-Siegerin von 2011.

Absturz

Wawrinka womöglich noch nicht so: Der Schweizer grübelte am Montagabend über Gründe dafür, was ihn vier Monate nach dem Triumph bei den Australian Open aus der höchsten Höhe seiner Tennis-Karriere in die tiefste Tiefe gerissen hatte. Einen "Sturz aus den Wolken" nannte die "Basler Zeitung" die 4:6,7:5,2:6,0:6-Pleite des Weltranglisten-Dritten gegen den Spanier Guillermo Garcia-Lopez.

"Ich bin sehr traurig. Das ist eine schwere Niederlage. Ich habe mich gut gefühlt und dachte, dass ich alles habe, um in Roland Garros gut zu spielen", erklärte Wawrinka. Mit 62 leichten Fehlern trug er selbst am meisten dazu bei, dass er als erster Australian-Open-Sieger seit dem Tschechen Petr Korda 1998 gleich zum Auftakt in Paris die Taschen packen musste.

Bewunderung für Seriensieger

Der Schweizer weiß inzwischen zwar, wie man ein Grand-Slam-Turnier gewinnt, beim Umgang mit dem folgenden Wirbel muss er noch dazulernen. "Alles hat sich nach Australien geändert", bekannte Wawrinka. Obwohl er sie alle schlagen könne, habe er nicht das Niveau von Rafael Nadal, Novak Djokovic und Landsmann Roger Federer, bekannte Wawrinka: "Was sie über die Jahre geschafft haben, ist unglaublich."

Schon bei den Masters-Turnieren in Indian Wells und Miami habe er im März eine schwierige Zeit gehabt, räumte "Stan the man" ein. In den USA war jeweils im Achtelfinale Schluss, doch danach gewann er im Finale gegen Federer das prestigeträchtige Sandplatz-Turnier in Monte Carlo, und alles schien wieder gut. Nun scheiterte er als erster Monte-Carlo-Sieger seit 28 Jahren gleich beim ersten Auftritt in Paris und sieht sich an einer Weggabelung. "Ich erwarte viel von mir. Ich muss das Puzzle jetzt wieder zusammensetzen. Nicht wie früher, sondern als Grand-Slam-Champion und Nummer drei der Welt. Noch habe ich nicht alle Teile gefunden", sagte Wawrinka. (APA, 27.5.2014)

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