CARE-Katastrophenhilfe: "Weltweit absolutes Ausnahmejahr"

27. Mai 2014, 16:04
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Balkan, Südsudan, Syrien und Philippinen - Große Anzahl von Krisengebieten

Als eines der größten Probleme sehen Wagner-Hager und Herbert Langthaler von der Asylkoordination den Südsudan: "Im Herbst wird es dort eine enorme Hungerkatastrophe geben. Es ist fraglich, ob jene Menschen, die den momentanen Bürgerkrieg überleben, auch den Hunger überstehen werden", so Wagner-Hager. Insgesamt seien fünf Millionen Menschen in Not, vor allem Kinder und ältere Leute sind betroffen. Mit Kleinkindfütterungsprogrammen wurde bereits begonnen, weitere finanzielle Unterstützung sei laut Wagner-Hager unbedingt notwendig. "Wir stoßen vielerorts nicht auf Gehör, weil die Situation momentan noch nicht so massiv ist. Eskaliert sie, fragt dann aber jeder, warum nicht früher gehandelt wurde", sagte die Geschäftsführerin.

Europäische Flüchtlingshilfe als Katastrophe

Auch in Syrien, wo seit drei Jahren Bürgerkrieg herrscht, sei die Situation prekär. Insgesamt sollen neun Millionen Menschen aus ihrer Heimat geflüchtet sein - drei Millionen davon haben im Ausland Schutz gesucht, der Rest hält sich nach wie vor in Syrien auf. "Sie wollen gar nicht nach Europa. Sie gehen nach Jordanien, in den Libanon oder in den Irak, weil sie einfach so schnell wie möglich wieder in ihr eigenes Land zurück wollen", erklärte Langthaler. Nach Österreich kamen bisher rund 300 syrische Flüchtlinge, bis Herbst sollen es 500 sein. Insgesamt sollen 1.500 Syrer aus humanitären Gründen aufgenommen werden, die dauerhaft in Österreich bleiben können.

Bereits zu Jahresbeginn waren Hilfsorganisationen auf den Philippinen im Einsatz. Hier galt es, die Verwüstungen nach dem Taifun "Haiyan" zu beseitigen. Nachdem die Basisversorgung der Menschen wieder hergestellt wurde, sei die Intensivarbeit der Katastrophenhilfe auf den Philippinen bereits abgeschlossen.

Aber auch innerhalb Europas sind Nichtregierungsorganisationen (NGO) mit der Flüchtlingsproblematik beschäftigt. "Wenn man sich ansieht, wie viele Menschen in den letzten Jahren bei Fluchtversuchen ertrunken sind, dann könnte man die europäische Flüchtlingspolitik durchaus auch als Katastrophe bezeichnen", sagte Langthaler. Flüchtlinge würden von Land zu Land weiter gereicht, ohne dass sich jemand für sie zuständig fühle. Vor allem unbegleitete Minderjährige stellen hier ein großes Problem dar. Mit dem Projekt "Connecting People" versuchen CARE und die Asylkoordination momentan, diese Jugendlichen in Patenfamilien unterzubringen. (APA, 27.5.2014)

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