Dürre trotz Regen

27. Mai 2014, 16:43
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"Quantitative Easing (for the street)": Axel Stockburgers Installation am Wiener Graben fragt nach der Bedeutung von Geld, Wertschöpfung und Verteilungsgerechtigkeit

Ein Brunnen der Geld spuckt? Ein solcher steht aktuell tatsächlich am Wiener Graben. Allerdings gilt es nicht, die Münzen in den Hosensack zu schieben, sondern vielmehr selbst zum Akteur der Verteilung zu werden. "Quantitative Easing (for the street)" heißt das Projekt von Axel Stockburger, das in Form eines goldenen Zylinders Gestalt annimmt.

Der Titel bezieht sich auf eine Finanzstrategie in wirtschaftlichen Krisen, wenn das Vertrauen in die Liquidität abnimmt und die Banken ihrer Rolle als Kreditgeber weniger nachkommen. Sie werden so zu Barrieren im eigenen System. Um einen Kollaps zu verhindern, kaufen Notenbanken Anleihen auf Kosten aller. So kommt neues Geld ins marode Finanzsystem.

Klimatische Barrieren im eigenen Ökosystem

Gerald Nestler vergleicht dies in einem Text zur Arbeit mit anhaltender Dürre. "Was aber, wenn die Trockenheit nicht an mangelnder Flüssigkeit, sondern an klimatischen Barrieren im ökologischen System selbst liegt?"

Nicht von ungefähr ist Stockburgers Projekt, das nach der Bedeutung von Geld, Wertschöpfung und Verteilungsgerechtigkeit fragt, auf Wiens Luxusmeile und in Gehweite vieler Bankzentralen platziert,  ist doch die Krise der globalen Ökonomie nicht eines von Mangel, sondern der Fülle. Gleichzeitig sei die Straße laut Stockburger Ort „sozialer Transaktionen“, ein Raum also, auf dem ökonomisches Kapital nicht die einzige Währung ist die zählt. (red, derStandard.at, 27.5.2014)

Kunstgespräch "Quantitative Easing (for the street)" am Kunstplatz am GrabenMittwoch, 18. Juni 2014, 18 Uhr

  • Artikelbild
    foto: iris ranzinger
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