Werbeklimaindex blieb im ersten Quartal stabil

27. Mai 2014, 15:33
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Fachverbandsobfrau Sery-Froschauer: "Es ist keine Beschleunigung festzustellen" - Politische Reformen gefordert, etwa Abschaffung der Werbeabgabe

Wien - Die heimische Werbewirtschaft hat sich im erste Quartal verhalten entwickelt. Zwar liegt der Werbeklimaindex weiterhin stabil bei 23 Punkten, womit man ein "gutes Niveau" vorweisen könne. "Es ist aber keine Beschleunigung festzustellen", wie Angelika Sery-Froschauer, Obfrau des Fachverbands Werbung und Marktkommunikation (WKÖ), am Dienstag unterstrich. Reformen seien notwendig.

Die aktuellen Daten wurden im April vom Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) erhoben. Gerade in diesem Monat habe die Branche auch internationale Auswirkungen, etwa aufgrund der Ukraine-Krise, gespürt, so Sery-Froschauer. "Wir hängen unmittelbar an sämtlichen Unsicherheiten, seien sie politische, gesellschaftliche oder wirtschaftliche." Zudem sind in diesem Zeitraum neue Steuern in Kraft getreten, die preistreibend gewirkt hätten. "Die Auftraggeber reagieren natürlich", erklärte die Obfrau im Rahmen eines Pressegesprächs.

Für Abschaffung der Werbeabgabe

Nicht zuletzt deshalb sei die Politik gefordert. "Es fehlt auf Regierungsebene noch das Bewusstsein für die Funktionalität unserer Branche. Wir befinden uns auf einem europäischen Kommunikationsmarkt, was die Technologie betrifft sind wir am Weltmarkt." Um heimische Unternehmen nicht zusätzlich ins Hintertreffen geraten zu lassen, dürften keinesfalls neue Online-Steuern eingeführt werden. Weiterhin pocht der Fachverband auf die Abschaffung der Werbeabgabe.

Insgesamt ist derzeit aber keine Verschärfung der Situation zu erkennen, wie Wifo-Experte Werner Hölzl darlegte. Die Nachfrage wurde von den 101 befragten Unternehmen besser bewertet als im Vorquartal, "ein deutlich positives Signal". Auch für die kommenden Monate wird eine positive Entwicklung erwartet. "Insgesamt ergibt sich dadurch eine Seitwärtsbewegung für die Werbewirtschaft auf relativ gutem Niveau."

EU in die Pflicht nehmen

Für die Rahmenbedingungen wendet man sich aber nicht nur an die nationalen Gesetzgeber, sondern hat auch die EU im Blickfeld. "Der bisherige Rechtsrahmen passt hinten und vorne nicht zusammen", sagte Sery-Froschauer. Im Herbst ist gemeinsam mit Kollegen aus Deutschland und Großbritannien ein Workshop mit den Verantwortlichen in Brüssel geplant, wo man, unterstützt von Experten und Branchenvertretern, Best-Practice-Beispiele vorstellen will. Mit diesem Strategiemeeting will man aus der Sicht von Markus Deutsch, Geschäftsführer des Fachverbands, "eine maßgebliche Aufgabe" wahrnehmen.

Zudem unterstützt man das vom europäischen Werbeagenturverband EACA initiierte Projekt "This is my Future", das sich den Abbau bürokratischer Hindernisse für Unternehmen auf die Fahnen geschrieben hat. "Die Selbstständigkeit muss attraktiver gemacht werden", betonte Deutsch. Ein weiteres Ziel sei, europäische Erhebungen nach dem Vorbild des Werbeklimaindex durchzuführen. Diesbezüglich befinde man sich mit weiteren Verbänden bereits in Gesprächen. (APA, 27.5.2014)

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