Forschung und Entwicklung: "Außerordentliche Anstrengungen" nötig

27. Mai 2014, 15:07
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Bures und Mitterlehner legen Ministerrat Forschungs- und Technologiebericht 2014 vor

Wien - Österreich hat in den vergangenen Jahren seine Innovationsleistung massiv gesteigert. Um zu den innovationsstärksten Ländern Europas aufzuschließen, "bedarf es aber außerordentlicher Anstrengungen und trotz budgetär schwieriger Zeiten eine eindeutige Prioritätensetzung", erklärten die zuständigen Minister im Forschungs- und Technologiebericht 2014, der am Dienstag vom Ministerrat beschlossen wurde.

Ein Grund für die von Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Infrastrukturministerin Doris Bures geforderten Anstrengungen im Bereich Forschung, Technologie, Innovation (FTI) ist, dass die Dynamik der FTI-Investitionen "seit der Finanzkrise etwas zurückgegangen ist", wie es in dem im Auftrag der beiden Ressorts erstellten Bericht heißt. Dieser wird nach dem Beschluss durch die Regierung nun dem Parlament zugeleitet.

In jüngster Vergangenheit habe Österreich auch Verluste bei den Rangplätzen in internationalen Innovationsrankings hinnehmen müssen. Dies liege daran, dass "auch andere Länder ihre Innovationsaktivitäten weiter intensiviert haben", heißt es in dem Bericht. Dahinter stehe ein "forcierter Innovationswettlauf" sowie ein "langfristiger wirtschaftlicher Wandel".

Ausweitung der Grundlagenforschung

Als weitere Anstrengungen, die notwendig sind, um zu den führenden Innovationsländern aufschließen zu können und Österreichs positive wirtschaftliche Entwicklung abzusichern, werden in dem Bericht u.a. die Ausweitung der Grundlagenforschung, die Steigerung der Zahl der Hochschulabsolventen und die Verbesserung der Innovationsrisikofinanzierung genannt.

Bures und Mitterlehner verweisen in einer Aussendung auf den Rekordwert von 9,32 Mrd. Euro, der laut Schätzungen der Statistik Austria heuer für Forschung und Entwicklung (F&E) aufgewendet wird. Die F&E-Ausgaben gemessen am Bruttoinlandsprodukt werden damit voraussichtlich 2,88 Prozent betragen, womit Österreich im EU-Vergleich an fünfter Stelle liege, so die beiden Minister, die zudem betonen, dass sich die F&E-Mittel der öffentlichen Hand mit 3,61 Mrd. Euro seit 2004 (1,76 Mrd. Euro) verdoppelt hätten.

Österreich fiel im Innovationsrankings auf Rang 10 zurück

Der Bericht geht auch auf das Abschneiden Österreichs in internationalen Innovationsrankings ein. So sei Österreich im "Innovation Union Scoreboard" der EU nach deutlichen Verbesserungen 2013 wieder auf den Rang von Anfang der 2000er Jahre zurückgefallen (Rang 10). Der "Innovationsindikator der Deutschen Telekom Stiftung und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie" weise ebenfalls bis 2011 deutliche Verbesserungen aus, allerdings liege Österreich nur im Mittelfeld.

In den innovationsbezogenen Elementen des "Global Competitiveness Index" habe sich Österreichs Rang in den vergangenen sieben Jahren kaum verändert, eine Vielzahl von Indikatoren weise auf einen Rückstand zu den führenden Ländern hin. Und im "Innovation Union Progress Report" der Europäischen Kommission liege Österreich bei den fünf betrachteten Indikatoren ebenfalls deutlich hinter den führenden Innovationsstaaten zurück, weise zwischen 2000 und 2010 allerdings deutlich höhere Wachstumsraten als die Spitzengruppe und der EU-Durchschnitt auf. (APA, 27.05.2014)

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