Fernsehen steigt wieder um: Neue Decoder für digitales Antennen-TV

26. Mai 2014, 17:14
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Es heißt Abschied nehmen von elektronischem Gerät: Wer um 2006 auf digitales Antennen-TV setzte, braucht spätestens 2016 neue Decoder - Sat-Seher sollten Ende Oktober auf Sendersuche gehen – für "Bundesland heute" in HD

Wien – Ende 2014 geht es wieder los. Und 2016, spätestens 2017 ist Schluss. Mit jenem Fernsehstandard, der den ORF einmal massiv Marktanteile gekostet hat: digitalem Antennenfernsehen, kurz und wenig knackig DVB-T.

Die damals gerade frisch (an Raiffeisen teilprivatisierte) ORF-Sendertochter ORS startete dieses digitale Antennenfernsehen im Oktober 2006. Und drehte das analoge schon ein Jahr darauf ab.

Hunderte Kanäle

Weil DVB-T damals aber nur ORF 1, ORF 2 und ATV versprach, wechselten viele gleich zu digitalem Satellitenfernsehen – mit hunderten Kanälen. Der Marktanteil der ORF-Programme sackte in diesem weiten Konkurrenzfeld ruckartig ab. Und über Antenne sehen seither nur noch fünf, sechs Prozent der Haushalte.

Sie können ihre Empfangsgeräte schön langsam ausmustern: DVB-T2, vermarktet als "Simpli TV“, startete vor einem Jahr. Ab Ende 2014 dreht die ORS Region für Region die DVB-T-Signale zunächst eine Programmplattform ab und steigt auf DVB-T2 um: Multiplex C mit Puls 4, Servus TV, ORF Sport Plus und ORF 3.

Und Michael Weber, Simpli-Geschäftsführer und Sprecher der ORS, bestätigt im Gespräch mit dem STANDARD, was ohnehin längst in jedem Mediamarkt affichiert ist: 2016 ist Schluss mit DVB-T. 2016 oder 2017, sagt Weber. Dafür gebe es dann noch mehr Programme über Antenne, etwa auch fremdsprachige.

Frei zu haben sind über Simpli österreichische Kanäle in alter SD-Auflösung. In HD mit Registrierung ORF 1 und ORF 2, wohl ATV und Servus. Mehr in HD gibt es für 10 Euro pro Monat.

"Bundesland heute" in HD

Das Satellitenfernsehen verabschiedet sich schön langsam vom SD-Standard. Ab August laufen HD-Sender für alle neun "Bundesland heute" warm, auch damit sich abertausende Sat-Gemeinschaftsanlagen umstellen können. Am 25. Oktober empfiehlt sich da ein Sendersuchlauf: Nur Wien und Niederösterreich heute dürfen auf ihrem Platz bleiben.

Digitalradio (DAB+) bereitet noch immer seinen Testlauf vor. Die ORS hat sich – gegen die deutsch-französische Media Broadcast – auch beworben. Start: womöglich im Herbst 2014 in Wien. (fid, DER STANDARD, 27.5.2014)

  • 2006 bewarb der ORF den Umstieg auf digitales Antennenfernsehen, 2007 dreht er das analoge bereits ab.
    foto: orf

    2006 bewarb der ORF den Umstieg auf digitales Antennenfernsehen, 2007 dreht er das analoge bereits ab.

  • Den Umstieg in die HD-Welt des Fernsehens propagiert Michael Weber (ORS, Simpli TV).
    foto: ors

    Den Umstieg in die HD-Welt des Fernsehens propagiert Michael Weber (ORS, Simpli TV).

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