Frauengesundheitszentrum: Schröck empört Frauen

26. Mai 2014, 17:04
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Frauengesundheitszentrum verliert Vertrag mit Stadt

Graz - Die Grazer Vizebürgermeisterin Martina Schröck (SPÖ) ist zwar auch Frauenstadträtin, aber gerade die Frauenszene der Stadt ist nicht gut auf sie zu sprechen.

Wie DER STANDARD berichtete, sorgte erst vor einigen Wochen Schröcks Entscheidung, die seit 28 Jahren bestehende Institution der Grazer Frauenbeauftragten vorerst nicht wieder auszuschreiben, sondern zu evaluieren, für Aufregung. Frauen verschiedenster Parteien und Organisationen kritisierten die Stadträtin dafür.

Seit wenigen Tagen herrscht nun Unmut darüber, dass Schröck den seit 1996 bestehenden Vertrag mit dem Grazer Frauengesundheitszentrum aufkündigt. Der Beschluss ging gegen die Stimmen von Grünen und KPÖ im Stadtsenat durch. Das Zentrum, das laut Sprecherin Felice Gallé während der letzten 20 Jahre "30 Projekte und 3000 Veranstaltungen durchgeführt und mehr als 150.000 Frauen, Mädchen und Multiplikatorinnen beraten, begleitet, fortgebildet und gestärkt" hat, sieht sich nun "in der heftigsten Krise seiner Geschichte".

Angebot für Frauen wir gekürzt

Abgesehen davon, dass auch Arbeitsplätze im Frauengesundheitszentrum gefährdet seien, warnt Gallé davor, "in schwierigen Zeiten das Angebot für Frauen zu kürzen". Zumal belaufe sich das Budget für Fraueneinrichtungen nur auf etwa 0,1 Prozent des Stadtbudgets, so Gallé.

Die Stadträtin sei "überrascht von der Überraschung", kontert das Büro Schröck. Immerhin habe man den Schritt schon im Vorjahr angekündigt und jetzt fristgerecht die Kündigung, die ab Jahresende in Kraft tritt, ausgesprochen.

Teure Indexierung

"Wir konnten uns die laufende Indexierung des Vertrages nicht mehr leisten", heißt es von einer Sprecherin der Stadträtin, "die frisst uns das Budget auf". Alle anderen Vereine bekämen nur Förderungen, die jedes Jahr neu vereinbart werden. Dies gelte "selbstverständlich" auch für das Frauengesundheitszentrum. Und: "Die hochwertige Arbeit haben wir nie infrage gestellt." (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, 27.5.2014)

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