Thailand: Protestanführer Suthep vor Anklage

26. Mai 2014, 06:27
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Wegen Anstiftung zum Aufstand - Königshaus billigt Putsch - Yingluck angeblich wieder frei

Bangkok - Vier Tage nach dem Militärputsch in Thailand ist der Anführer der jüngsten Straßenproteste in Bangkok, Suthep Thaugsuban, aus dem Militärgewahrsam entlassen worden. Das meldete der staatliche Sender MCOT am Montag. Der Oppositionelle soll wegen Anstiftung zum Aufstand angeklagt werden.

Suthep wurde zusammen mit anderen führenden Kräften des Oppositionsbündnisses "Demokratisches Reformkomitee des Volkes" (PDRC) zur Staatsanwaltschaft gebracht, wo die Anklage vorlag. Suthep hat seit November versucht, die Regierung mit Massendemonstrationen zu stürzen. Die Regierung weigerte sich zurückzutreten, doch der Machtkampf legte die Führung der Staatsgeschäfte lahm. Vergangenen Donnerstag putschte Armeechef Prayuth Chan-ocha und übernahm die Macht. Suthep war wie mehr als 150 andere Politiker, Aktivisten und Akademiker festgenommen und in Armeegewahrsam genommen worden.

Königshaus billigt Putsch

General Prayuth Chan-Ocha ist mittlerweile eigenen Angaben zufolge von König Bhumibol Adulyadej als Chef des regierenden Militärrats bestätigt worden. Prayuth wandte sich am Montag nach einem Treffen mit dem König in seiner ersten Rede seit der Machtübernahme an die Nation. Sollten die politischen Proteste wieder aufflammen, werde er mit Gewalt antworten müssen, erklärte er im Fernsehen. Es sollten so schnell wie möglich Neuwahlen abgehalten werden. Einen Zeitplan für eine Rückkehr zur Demokratie legte er jedoch nicht vor.

Yingluck angeblich wieder frei

Die nach dem Militärputsch festgenommene Ex-Regierungschefin Yingluck Shinawatra soll wieder auf freiem Fuß sein. Das verlautete am Sonntag aus Junta-Kreisen. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es nicht.

Yingluck, die vor gut zwei Wochen in einer umstrittenen Gerichtsentscheidung des Amtes enthoben worden war, sei nie festgehalten worden, hieß es. Sie sei nur zu einer Befragung vorgeladen worden. Sie hatte sich am Freitag wie verlangt dem Militär gestellt.

Demonstrationen in Bangkok

Mehr als 1000 Menschen hatten zuvor am Sonntag in der thailändischen Hauptstadt Bangkok gegen den Militärputsch demonstriert. Es war die größte Kundgebung seit dem Staatsstreich vor drei Tagen.

Versammlungen von mehr als fünf Menschen sind unter dem seit Dienstag geltenden Kriegsrecht verboten. Die Militärführung warnte am Sonntag vor der Teilnahme an solchen Protestaktionen. "Wir wollen der internationalen Gemeinschaft Vertrauen in die Stabilität Thailands vermitteln", sagte Armeesprecher Winthai Suwaree in einer Mitteilung, die alle Fernsehkanäle übertragen mussten. (APA, 26.5.2014)

  • Protestanführer Suthep Thaugsuban vor der Staatsanwaltschaft in Bangkok am Montag.
    foto: ap photo/apichart weerawong

    Protestanführer Suthep Thaugsuban vor der Staatsanwaltschaft in Bangkok am Montag.

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