ÖVP verteidigt ihren ersten Platz - FPÖ und Grüne gewinnen stark - Neos bei acht Prozent

25. Mai 2014, 22:54
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Die EU-Wahl ist geschlagen, das vorläufige amtliche Endergebnis: ÖVP 27,3, SPÖ 24,2, FPÖ 20,5, Grüne 13,9, Neos 7,6

Ganz hat es nicht geklappt mit der Kommunikation, ganz hat es nicht gereicht für den ersten Platz: Bundeskanzler Werner Faymann sagte am Wahlabend, dass die SPÖ in den nächsten Jahren klar machen werde, dass man für Europa sei, aber für ein sozialeres, erklärte Faymann. Die SPÖ hat nach dem vorläufigen Endergebnis (ohne Wahlkarten) 24,22 Prozent, was einem Plus von einem halben Prozentpunkt entspricht. So richtige Freude kam nicht auf, auch wenn SPÖ-Klubchef Andreas Schieder sagte, er sei froh, dass der Abstand zur ÖVP geschrumpft ist.

Grund zum Jubel hatte man dagegen in der Volkspartei: "Wenn die Volkspartei will, dann gewinnt sie auch", sagte Vizekanzler Michael Spindelegger entspannt.

Schwere Verluste

Tatsächlich hat die ÖVP zwar einige schwere Verluste hinnehmen müssen - in Vorarlberg musste sie acht Prozentpunkte abgeben. Aber bundesweit verlor sie nur 2,7 Prozentpunkte und sicherte sich damit den ersten Platz.

foto: apa
Fast alle fühlten sich am Sonntagabend als Sieger

Die Freiheitlichen konnten dagegen mit ihren Zugewinnen die meiste Aufmerksamkeit auf sich ziehen: Sie legten bundesweit rund acht Prozentpunkte auf knapp 20 zu und konnten sich in vielen Gemeinden als stärkste Kraft etablieren - etwa in der oberösterreichischen Bezirksstadt Schärding mit 28,79 Prozent oder im steirischen Loipersdorf mit 37,47 Prozent.

FPÖ in Steiermark auf Platz zwei

In der Steiermark ist die FPÖ (ohne Wahlkarten) mit 25,12 zweitstärkste Kraft knapp hinter der ÖVP und vor der SPÖ geworden.

Bescheiden blieben die Gewinne der Freiheitlichen nur im äußersten Westen: In Vorarlberg wurden sie mit 17,7 Prozent nur drittstärkste Kraft - vor der SPÖ, aber deutlich hinter der ÖVP (28,7) und den Grünen, die 22,7 Prozent erreichten.

Die Grünen verzeichneten auch bundesweit starke Zugewinne - von 9,9 Prozent stiegen sie auf deutlich über 13, was ihnen ein drittes Mandat sicherte. Der grüne Bundesgeschäftsführer Stefan Wallner nannte das einen "Riesenerfolg". In Graz etwa wurden die Grünen mit 24,76 Prozent stärkste Kraft, die Neos erreichten hier 11,52 Prozent.

Ähnlich das Bild in Wien, wo die Grünen mit 20,65 Prozent knapp vor der FPÖ (19,36) und weit vor den Neos (8,5) gelandet sind.

Sicherer Vorsprung

Auffallend ist jedenfalls der große Vorsprung, den die Grünen gegenüber den Neos herausholen konnten: In den Umfragen der letzten Wochen hatte es ja so ausgesehen, als ob die Neos im zweistelligen Bereich landen und den Grünen nahekommen könnten. Nun zeigte sich, dass die neue Partei zwar wesentlich stärker als bei der Nationalratswahl abschneidet, dass sie aber mit rund acht Prozent nicht viel mehr als halb so stark wie die Grünen ist. Neos-Bundesgeschäftsführer Feri Thierry sagte, man habe den Gegenwind unterschätzt. Katrin Nachbaur vom Team Stronach fühlt sich in der Entscheidung, nicht anzutreten, bestätigt - neue Parteien hätten wenig Chancen. (DER STANDARD, 26.5.2014)

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