#YesAllWomen: Amoklauf entzündet Debatte um Gewalt an Frauen

25. Mai 2014, 18:00
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Twitter-Nutzerinnen berichten von Erlebnissen – Diskussion folgt #notallmen

Ein 22-jähriger Student hat in Kalifornien sechs Menschen ermordet, ehe er sich selbst das Leben genommen hat. Den Amoklauf hatte er kurz davor in einem Youtube-Video angekündigt und seinen Plan auch auf 137 Seiten niedergeschrieben. Sein Motiv: Rache dafür, dass sich Frauen nicht für ihn interessieren würden.

#notallmen, #YesAllWomen

Die Twitter-Debatte rund um Gewalt an Frauen, so berichtet die Süddeutsche Zeitung, läuft in den USA schon länger. Ein populäres Hashtag war #notallmen ("Nicht alle Männer"), gedacht als Kritik an feministischer Seite und Argument, dass längst nicht "alle Männer" Gewalt gegen Frauen ausüben, oder sie diskriminieren.

Der Amoklauf hat nun zu einer Veränderung des Diskussionsganges geführt. "#notallmen practice violence against women, but #YesAllWomen live with the threat of male violence" ("Nicht alle Männer praktizieren Gewalt gegen Frauen, aber ja, alle Frauen leben mit der Bedrohung männlicher Gewalt") heißt es etwa von der Nutzerin Soraya Chemaly, die auf Twitter als @schemaly schreibt.

Breite Diskussion

Das Hashtag #YesAllWomen ist nun in weiterer Folge zu einem Vehikel geworden, mit dem zahlreiche Betroffene nun von Erlebnisse im Zusammenhang mit Gewalt, Sexismus oder Ungleichheit schildern.

Thematisiert werden in der breit geführten Debatte auch die scheinbar "normale" Diskriminierung von Frauen im Alltag, ebenso wie Rollen-Stereotype oder Forderungen von umstrittenen Persönlichkeiten wie dem Politiker Scott Walker. Mit Hilfe der Twitter-Hashtagsuche zu #YesAllWomen können aktuelle Beiträge mitverfolgt werden.

War die Tat verhinderbar?

Ebenfalls eifrig diskutiert wird, ob der Amoklauf hätte verhindert werden können. Neben der kurzfristigen Ankündigung per Video hatten die Eltern des Studenten schon vor wenigen Wochen die Polizei kontaktiert, da sie andere von ihm aufgenommene Clips beunruhigt hatten.

Nach einem Besuch bei ihm hatten die Beamten jedoch keine Veranlassung gesehen, weitere Maßnahmen einzuleiten. (gpi, derStandard.at, 25.05.2014)

  • Der Amoklauf eines 22-Jährigen in Kalifornien hat eine Debatte um Gewalt an Frauen entfacht.
    foto: screenshot/twitter

    Der Amoklauf eines 22-Jährigen in Kalifornien hat eine Debatte um Gewalt an Frauen entfacht.

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