WHO kann sich nicht auf Vernichtung der letzten Pockenbestände einigen

25. Mai 2014, 15:35
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In Labors in den USA und Russland eingelagert - Diskussion um Vernichtung oder Aufbewahrung hält seit Jahren an

Genf - Ein gefährliches krankheitserregendes Virus vollständig von der Erde verschwinden zu lassen, ist ein verlockender Gedanke. Und doch scheinen sich nicht alle damit anfreunden zu können, wie das Beispiel Pocken zeigt.

Pocken gelten seit 1979 offiziell als ausgerottet. Die letzte natürliche Infektion wurde nach WHO-Angaben 1977 in Somalia registriert, 1978 kam bei einem Laborunfall im englischen Birmingham ein Mensch durch Pockenviren ums Leben. Zuvor existierte die Krankheit mehr als 3.000 Jahre lang und forderte Millionen Menschenleben. Durch weltweite Impfprogramme wurden die Pocken schließlich ausgerottet. Dies gilt als einer der größten Erfolge des öffentlichen  Gesundheitssystems in der Menschheitsgeschichte.

Was tun?

In Laboratorien in den USA und Russland lagern aber noch Restbestände an Pockenviren. Und diese beiden letzten bekannten Bestände werden vorerst noch nicht vernichtet. Bei der Jahreskonferenz der Weltgesundheitsorganisation in Genf sei keine Einigung darüber zustande gekommen, teilte ein Sprecher am Samstagabend mit. Es solle nun eine Expertengruppe gebildet werden, bevor bei einer der nächsten Jahresversammlungen wieder über die Zerstörung der tödlichen Viren beraten werde.

Das Thema wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Einige Staaten befürchten, dass Pockenviren außerhalb der beiden bekannten Labors auftreten oder beispielsweise durch Terroristen freigesetzt werden könnten. Die Restposten könnten daher doch noch gebraucht werden und der Forschung und weiteren Entwicklung von Impfstoffen dienen. (APA/red, derStandard.at, 24. 5. 2014)


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