"Def Con", "Black Hat": USA könnten Chinesen Einreise verweigern

25. Mai 2014, 15:29
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Konferenz-Teilnehmer aus der Volksrepublik könnten in Spionage-Streit einbezogen werden

Der Konflikt zwischen den USA und China rund um IT- und Wirtschaftsspionage könnte sich auch auf IT-Konferenzen in den Vereinigten Staaten auswirken. Wie Reuters berichtet, erwägen die USA chinesischen Teilnehmern der "Def Con" und "Black Hat USA" im August die Einreise zu verweigern.

Laut Reuters gab ein Mitglied der US-Regierung an, dass man den Personen keine Visa ausstellen werde. Die Organisatoren der beiden Konferenzen, die im August über die Bühne gehen, wissen derzeit noch nichts von etwaigen Plänen und geben sich zurückhaltend.

Kritik auf Twitter

"Ich denke nicht, dass es dem Aufbau einer positiven Community hilft", äußerte sich Jeff Moss, Gründer von beiden Events, auf Twitter. Chris Wysopal, der dem "Black Hat"-Vorstandsteam angehört, rechnet nicht mit großen Auswirkungen einer solchen Maßnahme, da alles Talks ohnehin gefilmt und auf DVD verkauft und im Web gestreamt würden.

Deutliche Kritik hagelt es allerdings von teilnehmenden Sicherheitsexperten auf Twitter. "Das ist schrecklich", heißt es dort etwa. Valdes Nzalli bezeichnet die drohende Visaverweigerung gar als "Rassismus". Die "Def Con"-Organisatoren bieten derweil an, bei der Beantragung einer Einreisebewilligung mit einem Empfehlungsschreiben zu helfen.

Zwei Termine betroffen

Zwei "Black Hat"-Termine könnten infolge einer solchen Blockade entfallen. Derzeit ist geplant, dass zwei Forscher des chinesischen Sicherheitsanbieters Quihoo 360 über Sicherheitslecks in Software sprechen, Experten der Universität Hongkong wiederum sollten einen Vortrag über das Hacken von Social Media-Kanälen halten.

Verhärtete Fronten

Auf politischer Ebene bleiben die Fronten verhärtet. Mitarbeiter des State Department waren nach eigener Angabe nach China gereist, um dort staatlichen Vertretern Beweise für die Hack-Anschuldigungen zu zeigen. Die Vorwürfe, auf deren Basis die Vereinigten Staaten mehrere chinesische Militärs angeklagt haben, werden von der Volksrepublik weiterhin als "erfunden" zurückgewiesen. (red, derStandard.at, 25.05.2014)

  • Zwei Termine auf der "Black Hat USA 2014" wären durch die Einreiseverweigerungen betroffen.
    foto: black hat usa

    Zwei Termine auf der "Black Hat USA 2014" wären durch die Einreiseverweigerungen betroffen.

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