3D-Druck: Open-Source-Community wirft Makerbot Ideenklau vor

25. Mai 2014, 13:53
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Patentantrag zu Auto Levelling soll Ideen der Gemeinschaft beinhalten – diese will sich wehren

Mit den "Reprap"-Druckern gehörte das Unternehmen Makerbot zu den Pionieren im Bereich der Open-Source-Entwicklung von 3D-Druck. Das Gerät, das als DIY-Baukasten geliefert wird, ermöglicht es, sich selbst die Technologie relativ kostengünstig zu erschließen. Im Juni 2013 Makerbot von der Branchengröße Stratasys übernommen.

Mit jüngst eingereichten Patentanträgen verärgert man nun jene Gemeinschaft, die der Firma zum Erfolg verholfen hat. Mit einem Antrag, so der Vorwurf, soll Makerbot nämlich versuchen, sich die Rechte an Ideen der Community zu sichern.

Drucker kompensiert Neigung

Wie OpenBeam-Entwickler Terence Tam in einem Blogeintrag erläutert, geht es um eine Technologie namens "Automatic Bed Levelling Probing", kurz "Auto Levelling". Hinter dem Namen verbirgt sich die Möglichkeit, dass der Drucker über eine Erweiterung des Druckkopfes die Neigung der Druckfläche erkennt und kompensiert.

Ursprünge bis 2008 nachverfolgbar

Im Oktober 2013 hatte ein anderer Entwickler namens Steve Graber die Technologie, die unter anderem die Open-Source-3D-Drucker der OpenBeam Kossel-Reihe verwenden, bereits in einem Video demonstriert. Der Patentantrag von Makerbot wurde offenbar wenigstens 20 Tage danach eingebracht.

Die Ursprünge des Verfahrens reichen möglicherweise noch weiter in die Vergangenheit. In den Reprap-Foren findet sich ein Eintrag aus dem Januar 2008, in dem etwas ähnliches beschrieben wird.

Prior Art

Tam ruft nun dazu auf, sich über die Einträge von Prior Art-Anträgen gegen die Patentanträge von Makerbot zu wehren. Er fordert, dass die Auto Levelling-Technologie frei bleibt und von keinem Unternehmen beansprucht wird. (red, derStandard.at, 25.05.2014)

  • Das Reprap-Projekt machte 3D-Druck erschwinglich, als verfügbare Geräte oft noch fünfstellige Eurobeträge kosteten.
    foto: reprap

    Das Reprap-Projekt machte 3D-Druck erschwinglich, als verfügbare Geräte oft noch fünfstellige Eurobeträge kosteten.

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