Ex-Regierungschefin angeblich frei - Proteste gegen Thailands Militär 

25. Mai 2014, 14:58
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Mehr als 1000 Demonstranten in Bangkok - Yingluck angeblich wieder frei - Fernsehen: König billigt Putsch

Bangkok - Mehr als 1000 Menschen haben am Sonntag in der thailändischen Hauptstadt gegen den Militärputsch demonstriert. Es war die größte Kundgebung seit dem Staatsstreich vor drei Tagen, berichtete ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP.

Nach einem Gerangel mit Soldaten in einem Einkaufsviertel Bangkoks formierten sich die Demonstranten unter ermunternden Zurufen von Passanten.

Zuvor haben Soldaten in der Innenstadt von Bangkok eine Protestaktion von Militärputschgegnern aufgelöst. Sie drangen bewaffnet und mit Schutzschilden in ein Schnellrestaurant im Einkaufsviertel Ratchaprasong ein, wo einige Dutzend Menschen Slogans gegen die Machtübernahme von Armeechef Prayuth Chan-ocha riefen.

Demonstranten abgeführt

Über Lautsprecher spielte die Armee patriotische Lieder ab, um die Rufe der Demonstranten zu übertönen, berichteten Augenzeugen. Mehrere Teilnehmer seien abgeführt worden.

Versammlungen von mehr als fünf Menschen sind unter dem seit Dienstag geltenden Kriegsrecht verboten. Die Militärführung warnte am Sonntag vor der Teilnahme an solchen Protestaktionen. "Wir wollen der internationalen Gemeinschaft Vertrauen in die Stabilität Thailands vermitteln", sagte Armeesprecher Winthai Suwaree in einer Mitteilung, die alle Fernsehkanäle übertragen mussten.

Yingluck angeblich wieder frei

Die nach dem Militärputsch  internierte Ex-Regierungschefin Yingluck Shinawatra soll wieder auf freiem Fuß sein. Das verlautete am Sonntag aus Junta-Kreisen. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es nicht.

Yingluck, die vor gut zwei Wochen in einer umstrittenen Gerichtsentscheidung des Amtes enthoben worden war, sei nie festgehalten worden, hieß es. Sie sei nur zu einer Befragung vorgeladen worden. Sie hatte sich am Freitag wie verlangt dem Militär gestellt.

Königshaus billigt Putsch

Nach Angaben des staatlichen Senders MCOT hat das Königshaus den Militärputsch inzwischen gebilligt. Armeechef Prayuth Chan-ocha werde am Montag in einer Zeremonie mit Zustimmung des Königshauses als Chef des Militärrats bestätigt. Der "Rat für nationalen Frieden und die Aufrechterhaltung der Ordnung" benannte sich am Sonntag um in "Nationalen Rat für Frieden und Ordnung" (NCPO). Das sei klarer und grammatikalisch besser, hieß es.

Der Rat richtete per Dekret ein Militärgericht ein. Es soll alle Verstöße gegen Befehle des Militärrates ahnden, ebenso wie Anklagen wegen Majestätsbeleidigung. Damit schränkte das Militär die Zuständigkeit der zivilen Gerichte ein, der einzigen noch unabhängig vom Militär agierenden Institutionen. (APA, 25.5.2014)

  • Dieser Demonstrant wird in Bangkok von Soldaten abgeführt.
    foto: apa/epa/pongmanat tasiri

    Dieser Demonstrant wird in Bangkok von Soldaten abgeführt.

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