Revanche im Finale - Finnland fordert Russen

24. Mai 2014, 20:52
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Turnierfavorit bezwingt Titelverteidiger Schweden mit 3:1 - Suomi schaltet Tschechen mit 3:0 aus - Russen-Coach Znaroks nach Eklat gesperrt

Minsk - Russland und Finnland bestreiten das Endspiel der Eishockey-Weltmeisterschaft in Minsk. Die russische Auswahl entthronte am Samstag im WM-Halbfinale den Titelverteidiger Schweden mit 3:1 (2:1,1:0,0:0) und greift damit am Sonntag nach dem 27. WM-Titel. Finnland siegte anschließend im zweiten Vorschlussrunden-Duell gegen Tschechien mit 3:0 (1:0,1:0,1:0).

Damit kommt es im Finale zu einer Revanche für Sotschi. Bei den Olympischen Spielen hatten die Finnen Gastgeber Russland mit 3:1 überraschend im Viertelfinale ausgeschaltet. Und auch bei der WM trafen die beiden Teams bereits in der Vorrunde aufeinander, die Russen siegten 4:2. Brisanz erlangte die Partie wegen eines brutalen Checks des Russen Vadim Schipatschow gegen den Finnen Pekka Jormakka. Schipatschow war daraufhin für drei Spiele gesperrt worden.

Oskar Möller hatte den neunmaligen Weltmeister Schweden vor 14.521 Zuschauern in der Minsk Arena mit einem Blitzstart in Front gebracht (1.). Doch schon im ersten Abschnitt drehte der Topfavorit die Partie und ging durch Sergej Plotnikow (14.) und Sergej Schirokow (18.) in Führung. Im Mitteldrittel machte Anton Below (32.) mit dem 3:1 den Sack zu.

Finnland kam durch Tore von Jori Lehterä (9. und 60./empty net) sowie Jarkko Immonen (32./Powerplay) zum Sieg über die Tschechen und zeigte erneut eine starke Leistung. Im Viertelfinale hatte Suomi überraschend Olympiasieger Kanada (3:2) ausgeschaltet und einen deutlichen Formanstieg gegenüber der Vorrunde manifestiert. In der Gruppenphase hatte man sich nur mit Ach und Krach als Vierter ins Viertelfinale gerettet. Die Finnen bestreiten nun ihr neuntes WM-Finale (Titel 1995 und 2011) - auf die Russen treffen sie dort zum ersten Mal.

Für die Auswahl von Olegs Znaroks (für das Finale wegen einer Kopfab-Geste in Richtung schwedischer Bank gesperrt) geht es nun am Sonntag (ab 20.00 Uhr/live ORF Sport plus) um das insgesamt 27. WM-Gold, wenn man die 22 Titel der Sowjetunion mitberücksichtigt. Zuletzt hatte Russland die Weltmeisterschaft 2012 gewonnen. Bei den Winterspielen in Sotschi war eine mit zahlreichen Topstars gespickte Auswahl allerdings unrühmlich bereits im Viertelfinale an Finnland gescheitert - dabei hatte die ganze Nation von Präsident Wladimir Putin abwärts nur Gold erwartet. Auch bei der WM 2013 war im Viertelfinale Endstation.

Goldrausch

In Weißrussland sollten diese bitteren Niederlagen ausgemerzt werden. "Gold bei der Weltmeisterschaft - ein anderes Ziel kann es für eine russische Nationalmannschaft gar nicht geben", gab Znarok vor dem Turnierstart die Devise aus. Und dem Letten, der die Truppe im März als Nachfolger des geschassten Sinetula Biljaletdinow übernommen hatte, gelang es binnen kurzer Zeit, ein homogenes und schlagkräftiges Team zu formen.

Die Dominanz der Russen in Minsk ist für die Konkurrenz beängstigend: Die Mannschaft um die NHL-Legionäre Alexander Owetschkin und Jewgeni Malkin haben bisher sämtliche neun Spiele gewonnen, alle in der regulären Spielzeit. Noch dazu kassierte Russland die wenigsten Treffer (8) und erzielte die meisten (37). Nur zweimal im Laufe des Turniers lag die Sbornaja zurück - und wenn, dann fand sie wie am Samstag schnell die richtig Antwort. (APA, 24.5.2014)

HALBFINAL-ERGEBNISSE der Eishockey-WM in Minsk:

Russland - Schweden 3:1 (2:1,1:0,0:0). Tore: Plotnikow (14.), Schirokow (19.), Below (32.) bzw. Möller (1.)

Finnland - Tschechien 3:0 (1:0,1:0,1:0). Tore: Lehtera (9., 60./EN), Immonen (32./PP)

Finale am Sonntag (20.00/live ORF Sport +): Russland - Finnland

Spiel um Platz 3 (15.30): Schweden - Tschechien

  • tapio forsberg

    Russlands Chefcoach Olegs Znaroks sorgte mit einer "Kopf ab"-Geste in Richtung schwedischer Trainerbank für einen Eklat. Der gebürtige Lette wurde vom Eishockey-Weltverband daraufhin für das Finale gesperrt. Auch der schwedische Co-Trainer Rikard Grönborg darf im Spiel um Platz drei gegen Tschechien nicht an die Bande.

  • Tschechiens Roman Cervenka im finnischen Sandwich aus Petri Kontiola (links) und Iiro Pakarinen.
    foto: apa/epa/maltsev

    Tschechiens Roman Cervenka im finnischen Sandwich aus Petri Kontiola (links) und Iiro Pakarinen.

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