Samsung baut das Smartphone fürs Handgelenk

24. Mai 2014, 11:13
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Gerät soll in ein paar Monaten erscheinen - bereits Gespräche mit Mobilfunker - soll mit Tizen operieren 

Samsung will seine Smartwatch revolutionieren und aus diesem Wearable ein vollwertiges Smartphone machen. Der südkoreanische Elektronikriese will in ein paar Monaten eine Smartwatch auf den Markt bringen, die für sich allein, also ohne die bislang unumgängliche Koppelung an ein Smartphone, funktioniert.

Mit diesem "Watchphone" sollen, anders als bei bislang gängigen Smartwatches, Anrufe gemacht und entgegen genommen werden können, ohne mit einem "richtigen" Smartphone verbunden werden zu müssen, sagten mit Samsungs Plänen vertraute Personen. Zudem soll die neue Smartwatch Fotos machen und E-Mails senden können, und, so die Informanten, mit GPS und Bluetooth ausgestattet sein - sowie mit einer SIM-Karte.

Samsung, seines Zeichens weltweit führender Smartphonehersteller, spricht bereits mit Mobilfunkanbietern in den USA, Europa und Südkorea über das "Watchphone", wie die Informanten weiter sagten. Der Apple-Rivale hoffe, sein revolutionäres Smartphone im Juni oder Juli der Öffentlichkeit vorstellen zu können. Laufen soll das Gerät mit dem Samsung-eigenen Betriebssystems Tizen.

Wie das neue Smartphone heißen soll, wollten die Informanten nicht verraten - ebenso wenig, wie das Telefonieren mit dem neuen Gerät im Detail funktionieren soll.

Samsung hat bereits vier Smartwatches auf dem Markt, darunter das Galaxy Gear, das mit Googles Betriebssystem Android läuft, sowie das mit dem eigenen Betriebssystems Tizen betriebene Gear 2. Die Smartwatch von Samsungs Erzrivale Apple lässt dagegen noch auf sich warten: Es wird weithin erwartet, dass Apples Smartwatch erst später im Jahr auf den Markt kommen wird.

Analysten geben sich mit Blick auf die Perspektiven solcher Wearables - also High-Tech-Geräte, die beispielsweise am Handgelenk getragen werden können - noch zurückhaltend.

Lee Seung-woo, Analyst bei IBK Securities, wirft beispielsweise die Frage auf, wer heutzutage unbedingt eine Smartwatch braucht. Für ihn ist es zwar keine Frage, dass Samsung die Führung bei solchen Wearables übernehmen wird. Doch bis das Unternehmen damit wirklich nennenswert Geld verdienen wird, dürfte es noch eine ganze Weile dauern.

In der Tat reicht der Markt für Smartwatches noch lange nicht an den für herkömmliche Smartphones heran. Nach Berechnungen des Marktforschungsunternehmens IDC werden sich die Verkäufe von Wearables inklusive Smartwatches in diesem Jahr auf mehr als 19 Millionen Geräte in etwa verdreifachen. Im Vergleich dazu dürften in diesem Jahr 1,2 Milliarden Smartphones verkauft werden. Das wären 19,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Doch Samsung will mit den Smartwatches nicht nur Geld verdienen. Unter anderem wollen die Südkoreaner darauf ihr hauseigenes Betriebssystem Tizen testen. Denn Samsung hat den Ehrgeiz, im Bereich Software für mobile Geräte zu den Platzhirschen Google  und Apple aufzuschließen. (Min Jeong-Lee, Yun Hee-Kim, WSJ.de/derStandard.at, 24.05.2014)

    • The Hoff hat es vorgemacht.
      foto: nbc

      The Hoff hat es vorgemacht.

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