"Scheiße, echt schwierig"

23. Mai 2014, 18:19
120 Postings

Erfrischendes kam zum Schluss von Angelika Mlinar

Die Chancen stehen gut, dass viele Angelika Mlinars (Neos) Fauxpas gar nicht gesehen haben, weil sie ob der Tristesse schon vorher weggezappt hatten. In der ORF-Elefantenrunde versuchte Ingrid Thurnher den EU-Spitzenkandidaten der österreichischen Parlamentsparteien Spannendes zu entlocken. Dass die Diskussion nicht allzu aufregend war, dürfte zwischendurch auch Eugen Freund (SPÖ) gedämmert sein.

Als er beim Thema Arbeitslosigkeit seinen vielstrapazierten Sager "Die Wahl ist eine Richtungsentscheidung" losließ, forderte er Thurnher zur Sicherheit auf: "Lassen Sie mich ausreden." Diese hatte sich aber ohnehin ruhig verhalten.

Weil es in ihm "so gearbeitet" hatte, warf Harald Vilimsky (FPÖ) ein, dass Parlamentspräsident Martin Schulz hohe Zulagen bekommt. Gefragt, wie die EU mit den massenhaft ertrinkenden Flüchtlingen im Mittelmeer umgehen soll, erinnerte Mlinar, dass politische Auseinandersetzung eine "echte Gnade" sei. Den Mitbewerbern zollte sie "Respekt", weil: "Letztlich liegt es an uns, dass es so ist, wie es ist." Othmar Karas (ÖVP) erzählte, was er im EU-Parlament geleistet hat, distanzierte sich aber von ebendiesem bei der Flüchtlingsfrage: "Da werden unsere Werte mit Füßen getreten." Ulrike Lunaceks (Grüne) Nachhilfe, dass eine ÖVP-Innenministerin einen "radikal harten Kurs" fährt, erwiderte Karas mit seiner Wahlkampfstrategie "Personen sind stärker als Parteien".

Erfrischendes kam zum Schluss von Mlinar. Gefragt, wie man einer Mindestpensionistin den Sinn der EU erklärt, wo doch die Lebensmittel hierzulande fast doppelt so teuer sind wie in Deutschland, sagte sie: "Scheiße, das ist echt schwierig." (Katrin Burgstaller, DER STANDARD, 24./25.5.2014)

  • Angelika Mlinar (Neos).
    foto: screenshot/orf tvthek

    Angelika Mlinar (Neos).

Share if you care.