Im Dunstkreis des Laserdruckers

23. Mai 2014, 18:12
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Materialprüfer testen, wie schädlich der Partikelausstoß von Druckern ist und geben zumindest kurzfristig Entwarnung

Berlin - Was ist dran an Beschwerden über gesundheitliche Probleme durch den Umgang mit Laserdruckern? Dieser Frage sind die deutsche Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) in Berlin und Mediziner der Universität München nachgegangen. Messungen haben gezeigt, dass viele Druckermodelle flüchtige organische Verbindungen und ultrafeine Partikel in unterschiedlichen Mengen ausstoßen.

Das Experiment

Zur Überprüfung führten die Forscher ein Experiment mit freiwilligen Versuchspersonen durch. An der Studie nahmen 23 gesunde Kontrollpersonen, 14 Probanden mit leichtem Asthma sowie 15 Betroffene teil, die über Beschwerden beim Umgang mit Laserdruckern berichteten.

Alle Probanden wurden unter standardisierten Bedingungen in einem speziellen Raum über jeweils 75 Minuten sowohl sehr hohen als auch sehr niedrigen Konzentrationen von ultrafeinen Partikeln ausgesetzt, wie sie verschiedene Druckermodelle in unterschiedlichen Mengen ausstoßen. Die beiden Expositionen erfolgten in zufälliger Reihenfolge an zwei verschiedenen Tagen. Hierbei war den Probanden nicht bekannt, welcher Tag welche Exposition umfasste.

Unterschiedliche Emissionsraten

Die verwendeten Laserdrucker wurden aufgrund ihrer Partikelemissionsraten sowie der chemischen Zusammensetzung und Größenverteilung der erzeugten Partikel aus einem Pool von Geräten ausgewählt, den die BAM aufgebaut und hinsichtlich des Emissionsverhaltens charakterisiert hatte.

Ein hohes Konzentrationsniveau (100.000 Partikel pro Kubikzentimeter) wurde von zwei Laserdruckern erzeugt und stellte eine Worst-Case-Bürosituation dar. Zwei Laserdrucker mit sehr niedriger Partikelemissionsrate lieferten mit nur etwa 3.000 Partikeln keinen messbaren Beitrag zur Hintergrundbelastung im Raum durch die Außenluft.

Mögliche Effekte auf die Probanden wurden mit funktionellen, biochemischen, psychologischen und psychometrischen Methoden erfasst. Die Methoden waren so ausgewählt, dass sie möglichst viel von den Beschwerden abdeckten, die von betroffenen Personen typischerweise berichtet werden und anhand objektivierbarer Größen prüfbar sind. Die Messungen erfolgten jeweils vor sowie innerhalb eines Zeitraumes von etwa zwei Stunden Dauer nach den Expositionen.

Entwarnung mit Einschränkungen

Insgesamt wurden die Ergebnisse als aus klinischer Perspektive nicht besorgniserregend eingestuft. Sie sprechen laut BAM nicht dafür, dass hohe Partikelbelastungen aus Laserdruckeremissionen einen Krankheitsprozess auf den Weg bringen, der dem Spektrum der berichteten, auf Laserdrucker zurückgeführten Erkrankungen entspricht.

Zugleich betont die BAM aber, dass das Experiment nur ein Kurzzeitszenario abbildet - Schlüsse auf eine Langzeitexposition sind darauf nicht automatisch zu ziehen. Ebenso lässt sich laut BAM beispielsweise keine Aussage darüber treffen, ob verzögerte Effekte auftreten, die erst mit Tagen Abstand offenbar werden. (red, derStandard.at, 23. 5. 2014)

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    foto: reuters/vasily fedosenko
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