Ein Kontinent, viele Europas

Infografik23. Mai 2014, 18:16
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Europa geht weit über die Grenzen der EU hinaus - Interaktive Karte

Die Europäische Union hat 28 Mitgliedsländer und klar definierte Grenzen. Doch Europa geht darüber hinaus, das geografische Europa hat etwa andere Grenzen als das kulturelle. Am deutlichsten wird das in den Diskussionen über einen möglichen EU-Beitritt der Türkei.

Die thematischen Karten in dieser interaktiven Grafik bilden die Mitgliedsländer von verschiedenen europäischen Organisationen ab. Die vielen verschiedenen Farben zeigen: Europa ist vielfältig.

Karte im Vollbild-Modus

Komplexes Europa

Einige Länder sind nicht als Ganzes internationalen Organisationen beigetreten. Im Europarecht werden diese Gebiete eingeteilt in "Überseeische Länder und Hoheitsgebiete" (ÜLG), die der EU prinzipiell nicht angehören, aber assoziiert sind, und "Gebiete in äußerster Randlage" (GÄR), auf die Ausnahmen zutreffen, die aber Teile des EU-Territoriums sind. Einige Fälle seien hier angeführt:

  • Grönland (ÜLG) ist autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark, mit dem es 1973 zur Europäischen Gemeinschaft, der Vorläuferorganisation der EU, beitrat. Schon 1985 erfolgte der Austritt. Ein Grund dafür war die Überfischung durch Hochseeflotten anderer europäischer Staaten, was durch die EG-Mitgliedschaft legitim war. Anders als Dänemark ist Grönland seit 1985 also kein Mitglied der Europäischen Union, wohl aber des Europarats. Die Färöer-Inseln konnten diese Schwierigkeiten vermeiden, indem Dänemark sie bei seinem EG-Beitritt gleich von ebendiesem ausnahm.

  • Gibraltar ist der südlichste Spitz der Iberischen Halbinsel und gehört nicht zu Spanien, sondern ist ein britisches Überseegebiet und als solches EU-Mitglied. Die nördliche Grenze zu Spanien ist eine Schengen-Außengrenze.

  • Französisch-Guyana (GAR) ist ein Überseedépartement Frankreichs. Damit ist es Teil der EU und der Währungsunion, gehört aber nicht zum Schengen-Raum. Das Raumfahrtzentrum Guyana ist der Weltraumbahnhof der Europäischen Weltraumorganisation ESA. (Markus Hametner, derStandard.at, 23.05.2014)

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