Honigbienen sollen vergrabene Landminen aufspüren

23. Mai 2014, 15:09
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Im Juni soll für einen ersten Feldversuch ein 30.000-köpfiges Bienenvolk auf Minensuchdienst gehen

Avignon - Verschiedene Säugetierarten wie Hunde oder Riesenhamsterratten werden bereits zum Aufspüren vergrabener Landminen eingesetzt. Nun bringen französische und kroatische Forscher noch eine ganz andere Spezies ins Spiel: Sie haben nach eigenen Angaben Bienen erfolgreich darauf trainiert, den Geruch des Sprengstoffs TNT in Landminen zu erschnüffeln.

Bienen reagierten sehr sensibel auf die Gerüche bestimmter Pflanzen, erklärt Yves Le Conte vom Agrarforschungsinstitut INRA in Avignon. "Die Herausforderung ist, ihnen beizubringen, TNT ausfindig zu machen." Dazu arbeitet Le Conte seit vier Jahren mit dem kroatischen Wissenschafter Nikola Kezic von der Universität Zagreb zusammen. In ihren Versuchen hätten sie den Bienen mithilfe Pawlowscher Konditionierung beigebracht, den Geruch von TNT mit süßen Nahrungsquellen in Verbindung zu bringen.

Ab Mitte Juni will Kezic einen Feldversuch mit einem ganzen Bienenvolk von rund 30.000 Tieren starten, finanziert aus EU-Mitteln. Er hofft, damit auch Minenräum-Experten von seiner "sehr einfachen und sehr schnellen" Methode überzeugen zu können. Bisher seien die meisten Minensucher nämlich skeptisch. (APA/red, derStandard.at, 23. 5. 2014)

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