Wikileaks: NSA speichert alle Telefonanrufe in Afghanistan 

23. Mai 2014, 13:22
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Neben den Bahamas soll auch Afghanistan umfassend abgehört werden 

Wikileaks hat in einem Statement bekanntgegeben, dass die gesamte afghanische Kommunikation überwacht und bis zu 30 Tage gespeichert werden soll. Es handelt sich dabei neben den Bahamas um das zweite Land, das derart im Fokus der NSA stehen.

Assange vs. Greenwald

Der Enthüllung vorausgegangen war ein Streit zwischen Glenn Greenwalds The Intercept und Wikileaks: The Intercept berichtete im Zuge eines Artikels über die Überwachung der Bahamas von einem weiteren Land, dessen Telefonanrufe ebenfalls gespeichert würden. Aus Angst vor Unruhen schwärzte The Intercept dessen Namen jedoch, was heftige Kritik durch Wikileaks provozierte.

Wikileaks: Recht der Bevölkerung

Die Whistleblowing-Plattform rund um Julian Assange kündigte daraufhin an, den Namen des zweiten Landes binnen 72 Stunden zu veröffentlichen, da dessen Bevölkerung ein Recht habe, von der Massenüberwachung zu erfahren.  Cryptome kam Wikileaks aber bereits zuvor und analysierte eigenständig, dass es sich beim gesuchten Land um Afghanistan handeln müsse.

Auch Irak möglich

Verwirrung gibt es um die Anzahl der Länder, die tatsächlich Teil des als Mystic betitelten Programms sein soll: Washington Post und The Intercept berichteten von fünf Ländern, in zweien soll der Inhalt der Telefonate gespeichert werden, in drei "nur“ Metadaten (Mexiko, Kenia, Philippinen). Allerdings berichtete die Washington Post von einem sechsten Land, das im Herbst 2013 online gegangen sein soll. Cryptome vermutet, dass es sich dabei um den Irak handelt. (fsc, derStandard.at, 23.5.2014)

  • Neben den Bahamas soll auch Afghanistan komplett abgehört werden
    foto: ap/hossaini

    Neben den Bahamas soll auch Afghanistan komplett abgehört werden

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