Junger Dalí entdeckt: Ölgemälde um 150 Euro gekauft

23. Mai 2014, 12:09
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Kunsthistoriker kaufte Bild vor 20 Jahren - Entpuppte sich als Original

Madrid - Ein vor zwei Jahrzehnten in einer Antiquitätenhandlung aufgetauchtes Ölgemälde hat sich als Frühwerk des spanischen Malers Salvador Dalí entpuppt. Der Künstler schuf das Werk gegen 1921 im Alter von 17 Jahren, wie Kunstexperten am Donnerstag bekanntgaben. Sie hatten das Gemälde zwischen 2004 und 2013 mit modernster Technik unter die Lupe genommen.

"Das Gemälde kann als erstes surrealistisches Werk Dalís betrachtet werden", sagte der an den Untersuchungen beteiligte Dalí-Experte Nicolas Descharnes.

Gemälde um 150 Euro gekauft

Der Kunsthistoriker Tomeu L'Amo hatte das Ölgemälde 1988 in einer Antiquitätenhandlung im spanischen Girona für umgerechnet 150 Euro gekauft, weil er vermutete, dass es sich um ein Werk des katalanischen Meisters handelte. "Ich habe mich sehr gefreut. Ich fühlte mich wie ein Kind in einem Süßwarenladen", sagte L'Amo am Donnerstag bei der Bekanntgabe der Forschungsergebnisse in Madrid.

"Als ich die Farben sah, dachte ich, es könnte ein Dalí sein, aber ich hatte keinen Beweis", berichtete der Kunsthistoriker. Nach weiteren Nachforschungen sei er zu dem Schluss gekommen, ein Original des legendären Künstlers erstanden zu haben.

Per Infrarotfotografie und Röntgenstrahlen untersucht

"Die intrauterine Geburt des Salvador Dalí" wurde lange einem anderen Maler zugeschrieben, weil in der Signatur die Jahreszahl 1896 auftaucht. Dalí wurde erst acht Jahre später geboren. Nachdem die Wissenschaftler das Gemälde per Infrarotfotografie und Röntgenstrahlen untersucht hatten, kamen sie zu dem Schluss, dass L'Amo mit seiner Vermutung richtig lag. Unter anderem stellten sie Pinseltechniken fest, die typisch für Dalís Arbeitsweise waren. Zudem glichen sie die Widmung mit der Handschrift des spanischen Malers ab und entdeckten auch hier Übereinstimmungen.

"Dalí muss sich in seinem Grab kaputtlachen bei dem Gedanken, die Leute so viele Jahre zum Narren gehalten zu haben", sagte L'Amo. Für ihn selbst dürfte sich das Verwirrspiel gelohnt haben: L'Amo verkaufte das Bild Anfang des Monats an einen Sammler. Über den Kaufpreis hüllte er sich in Schweigen. (APA, 23.5.2014)

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