29 Spitzenbeamte weniger in Salzburg

23. Mai 2014, 11:59
6 Postings

Reform spart drei von 14 Abteilungen ein - Neues Gehaltsschema als nächster Schritt 

Wien - Die Salzburger Landesregierung hat sich auf eine Verwaltungsreform geeinigt. Das Land wird künftig nur mehr elf statt 14 Abteilungen haben, alle Fachabteilungen und Kleinreferate werden eingespart. Mit dem Inkrafttreten der Reform am 1. Jänner 2015 werde es 29 Spitzenbeamte weniger geben, sagte der für Personal zuständige Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP) am Freitag.

"Eine moderne Verwaltung braucht zeitgemäße Strukturen", erklärte Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP). Die neue Organisation erlaube effiziente Arbeit und das Nützen von Synergien. Für Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler (Grüne) werden mit der Strukturreform auch die Erkenntnisse aus dem Untersuchungsausschuss nach dem Finanzskandal umgesetzt. Unter anderem wurde die Buchhaltung aus der Finanzabteilung ausgegliedert. Auch die internen Kontrollsysteme werden gestärkt.

Papier von Spitzenbeamten als Basis

Basis des Reformprozesses war ein Papier, das Spitzenbeamte des Landes schon vor zwei Jahren erarbeitet haben. Es sei aus dem Ärger der Verwaltung über die jahrelange parteipolitische Blockade entstanden, sagte Schwaiger, der damals einer der aufbegehrenden Beamten war. Dass er nun Regierungsverantwortung habe, sei ein Glücksfall.

Schwaiger verglich die Struktur der Verwaltung mit einem Bahnhof, in dem elf Lokomotiven unterschiedlich viele Waggons hätten. Im alten System seien für verdiente Mitarbeiter Nebengleise geschaffen worden. "In der neuen Struktur haben wir keinen Platz mehr, um diese Art der Belohnung weiterzuführen", sagte Schwaiger. Die früheren Fachabteilungen seien eine zusätzliche Führungsebene gewesen, die ein kleiner Knoten im Verwaltungsgefüge war. Diese werde nun abgeschafft.

230.000 Euro Einsparungen

Zusammengelegt werden die Abteilungen Wirtschaft und Gemeinden, Umweltschutz und Naturschutz sowie Bildung und Kultur. Innerhalb der Abteilungen wurden viele Referate umgeschichtet oder zusammengelegt. Insgesamt 29 Spitzenposten fallen weg. Mit Sekretariat und Arbeitsplatzkosten ergibt das eine Einsparung von 230.000 Euro pro Posten und Jahr. Im Endausbau soll die Reform dem Land rund sechs Millionen Euro bringen. Es sei aber nicht um Einsparungen, sondern um eine effiziente Struktur gegangen, betonte Schwaiger. Als nächster Schritt folge der Aufgabenabbau. Insgesamt gibt das Land derzeit 160 Millionen Euro für das aktive Personal sowie 80 Millionen Euro für die Pensionisten aus. Das Land ist insgesamt für rund 2.400 Mitarbeiter zuständig.

Neues Gehaltsschema geplant

Bis zum Herbst will das Land ein neues Gehaltsschema ausverhandeln. Dieses solle unter anderem höhere Einstiegsgehälter für junge Mitarbeiter vorsehen. Dafür werde man am Ende des Arbeitslebens weniger verdienen, erläuterte Schwaiger. Das Gehaltsschema soll gemeinsam mit der Organisationsreform mit Jahresbeginn 2015 in Kraft treten. (APA, 23.5.2014)

Share if you care.