Taxi-App Uber könnte bald 12 Milliarden Dollar wert sein

23. Mai 2014, 10:00
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Großinvestition steht an - Uber schon jetzt eines der wertvollsten Start-ups

Das Taxi-Start-up Uber verhandelt mit einer Gruppe mächtiger Fondsmanager über eine Großinvestition, die den Wert des Start-ups auf mehr als 12 Milliarden Dollar steigern könnte, sagen gut informierte Personen.

Das fünf Jahre alte Unternehmen bietet eine Handy-App an, über die Kunden sich einen privaten Chaffeur bestellen können, der sie gegen Bezahlung transportiert. Deutsche Taxifahrer sehen in dem Dienst eine unlautere Konkurrenz.

In dieser Woche spricht das Unternehmen mit Sitz in den USA mit mehreren Geldgebern. Nach Angaben der Sachkenner will sich Uber dann mehr als 500 Millionen Dollar frisches Kapital sichern. Zu den möglichen Geldgebern sollen die Fondsgesellschaft Blackrock, die Beteiligungsgesellschaften General Atlantic und Technology Crossover Ventures sowie Hedgefonds gehören.

Mögliche Investoren wurden von Uber gebeten, ihr Interesse bis zum Ende der Woche anzumelden. Das Unternehmen will die Finanzierung spätestens bis zum Ende des zweiten Quartals unter Dach und Fach haben, sagten die eingeweihten Personen. Sicher sei der Deal jedoch noch nicht.

Uber zählt schon jetzt zu den wertvollsten Start-up-Unternehmen mit Wagniskapital im Rücken. Mit einer Bewertung von über 12 Milliarden Dollar würde das Unternehmen sogar in die Elite aufsteigen.

In vergangenen Jahr wurden drei Start-ups aus der Technologiebranche von Investoren mit jeweils 10 Milliarden Dollar bewertet: Airbnb, ein Online-Vermittler von privaten Unterkünften, der Datenspeicherdienst Dropbox sowie der chinesische Mobiltelefonhersteller Xiaomi.

Uber könnte nun sogar höher bewertet werden als die beiden größten börsennotierten Fahrzeugvermieter Hertz Global Holdings und Avis Budget Group, die auf Marktkapitalisierungen von 12,8 Milliarden und 5,8 Milliarden Dollar kommen. Im Gegensatz zu diesen beiden Unternehmen, die große und teure Fahrzeugflotten sowie Hunderte von Niederlassungen unterhalten, verfügt Uber nur über ein loses Netz von Fahrgästen und Fahrern.

Nach Angaben von Personen, die mit der Ertragslage von Uber vertraut sind, könnte sich der Nettoumsatz des Unternehmens im kommenden Jahr auf 1,5 Milliarden Dollar belaufen.

Kometenhafter Aufstieg von Uber

Der Aufstieg von Uber und seinem frech-selbstbewussten Mitbegründer und Chef Travis Kalanick verlief kometenhaft und passt nicht jedem.

Das 2009 gegründete Unternehmen stellt die Taxibranche mit seiner App auf den Kopf. Mit der kann sich jeder nun einen Chauffeur auf Abruf besorgen - Taxis, Limousinen oder Autos von ganz normalen Fahrern, die sich ein bisschen Geld dazuverdienen wollen. Die App zeigt eine Stadtkarte mit den in der Nähe verfügbaren Fahrzeugen sowie deren voraussichtlicher Ankunftszeit an. Uber bekommt für jede vermittelte Fahrt 20 Prozent. Die höchsten Gebühren nimmt der Dienst mit seiner Premium-Flotte an schwarzen Stadtautos und Luxus-SUV ein.

Kunden nutzen den Dienst gern, aber es gab bereits Kritik an Uber, weil zu Stoßzeiten Extrapreise verlangt werden. Außerdem eckt Uber mit seinem Angebot bei Aufsichtsbehörden sowie Taxi- und Limousinen-Verbänden an, die das Start-up am liebsten mit strikten Auflagen knebeln oder gleich ganz loswerden wollen. Uber kämpft in mehreren Städten in den USA und in Deutschland vor Gericht für sein Angebot. (Evelyn M. Rusli, Douglas MacMillan und Mike Spector, wsj.de/derStandard.at 23.5.2014)

  • Uber soll demnächst eine Großinvestition bekommen.
    foto: ap photo/rafiq maqbool

    Uber soll demnächst eine Großinvestition bekommen.

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