NSA lässt OSZE und IAEA in Wien ausspionieren

22. Mai 2014, 11:05
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Spiegel-Journalist: Russische, iranische und nordkoreanische Botschaft werden ebenfalls ausgespäht

Die NSA lässt laut dem deutschen "Spiegel"-Journalisten Holger Stark die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit Sitz in Wien ausspionieren. Nach einem Bericht der Tageszeitung "Presse" stünden die "außenpolitischen Ziele" der OSZE im Fokus der NSA. Die US-Botschaft wollte laut "Presse" keinen Kommentar dazu abgegeben.

"Presidentially approved"

Der Auftrag kam laut Stark von ganz oben. "Presidentially approved" (vom Präsidenten genehmigt, Anm.) stehe über dem Dokument, das die Aufklärungsziele der US-Geheimdienste aufliste. Der "Spiegel"-Journalist habe Einblick in einen Teil der Unterlagen des Whistleblowers Edward Snowden - und sei Ko-Autor des Buchs "Der NSA-Komplex", berichtete die "Presse".

"Tailored-Access-Operations-(TAO-)Einheiten"

"Gehen Sie aber davon aus, dass NSA-Mitarbeiter in Wien auch vor Ort operieren", sagte Stark gegenüber der "Presse" weiter. Wenn buchstäblich Hand angelegt werde, seien dafür oft die sogenannten "Tailored-Access-Operations-(TAO-)Einheiten" verantwortlich. Sie hätten das UN-Hauptgebäude in New York verwanzt - und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die IAEA in Wien, sagte Stark. Der IAEA räume US-Präsident Barack Obama mit Blick auf Waffenkontrolle die höchste Priorität ein. Ein Geheimdokument namens "President's-Daily-Brief" versorge Obama jeden Morgen mit den brisantesten Informationen aus aller Welt.

"Besondere Bedeutung"

Wien habe für die US-Geheimdienste eine "besondere Bedeutung". "Es spricht alles dafür, dass neben den internationalen Organisationen auch die russische, iranische und nordkoreanische Botschaft in Wien zu den Hauptzielen zählen", so Stark. (APA, 22.5. 2014)

  • Protest gegen die NSA in Wien bei der Uno-City
    foto: apa

    Protest gegen die NSA in Wien bei der Uno-City

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