Die Bayern fordern die Torlinientechnik

21. Mai 2014, 15:29
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Münchner reichen offizielles Schreiben an Ligachef ein, in dem sie die Torlinientechnik für die oberste Spielklasse fordern

Die Bayern machen gewaltigen Druck, der oberste Fußballrichter ist von der Einführung überzeugt: Die erneut entbrannte Debatte über die Torlinientechnik ist diesmal kein Strohfeuer und erhält immer neue Nahrung.

Bayern München hat am Mittwoch mit einem offiziellen Schreiben an Ligachef Reinhard Rauball die Einführung der Torlinientechnik für die deutsche Bundesliga beantragt. Um das Kostenargument der Gegner aus dem Spiel zu nehmen, gilt der Antrag nur für die Eliteklasse, nicht für die zweite Liga.

Unerträglich

"Wir haben diesen Antrag zur Einführung der Torlinientechnologie zum frühesten möglichen Zeitpunkt - nur in der ersten Bundesliga - gestellt, weil wir den Fußball und vor allem die Schiedsrichter künftig besser schützen müssen", sagte Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge.

Laut Rummenigge ist es "unerträglich, in welchem Maße die Unparteiischen, die nicht auf Wiederholung, Zeitlupen und sogar mathematische Berechnungen zurückgreifen können, öffentlich an den Pranger gestellt werden. Dies kann und sollte künftig verhindert werden."

Die Deutsche Fußball-Liga teilte in einer Erklärung am Mittwoch mit: "Der Antrag des FC Bayern ist beim Ligaverband eingegangen. Er wird bei der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung behandelt. Der Termin wird voraussichtlich Anfang Dezember 2014 sein."

Nachdenken

Die Debatte über die Torlinientechnik war nach dem nicht anerkannten Treffer des Dortmunders Mats Hummels im DFB-Pokalfinale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund (2:0 n. V.) aufgekommen.

Der DFB hatte daraufhin erklärt, dass er über eine Anwendung der Technik bei künftigen Endspielen nachdenken wird. Die DFL hatte eine erneute Abstimmung über das Thema in Aussicht gestellt. Erst vor zwei Monaten hatten sich die 36 deutschen Profiklubs mehrheitlich gegen die Einführung der technischen Hilfe für die Schiedsrichter ausgesprochen.

Die Ablehnung der Technik kann nach Ansicht von Hans E. Lorenz nicht das letzte Wort sein. "Die Torlinientechnik kommt so sicher wie das Amen in der Kirche", sagte der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts bei Sky. "Sie kommt noch nicht in der nächsten Saison und vielleicht auch nicht in der übernächsten Saison. Aber der Fußball kann es sich nicht leisten, auf die technischen Errungenschaften im Interesse der sportlichen Fairness zu verzichten."

Als Argumente führten die Gegner damals die hohen Kosten und die angeblich noch nicht ausgereifte Technik an. (sid/red, 21.5.2014)

  • Ein Stein des Anstoßes.
    foto: reuters/schwarz

    Ein Stein des Anstoßes.

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