Ewing-Sarkom: Wieder fit werden

21. Mai 2014, 14:17
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In der Rehabilitation nach Knochenkrebs hat sich Sport als wichtiger Baustein erwiesen - Daten werden am EMSO, dem Europäischen Sarkom-Kongress, in Wien präsentiert

Von 22. bis 23. Mai findet in Wien der EMSOS 2014, Europas größter Sarkom-Kongress statt. Knochenkrebs ist auch ein Thema der 27. Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für muskulo-skelettale Onkologie (E.M.S.O.S.) Kongresspräsident Reinhard Windhager, Leiter der Universitätsklinik für Orthopädie der Med-Uni Wien und der CCC-Unit MST (Musculosceletal Tumors Unit): "Das Programm unseres Kongresses orientiert sich am Puls der neuesten medizinischen Entwicklungen und ist stark interdisziplinär ausgerichtet."

In Beinen und Hüften

Das Ewing-Sarkom ist ein bösartiger Knochentumor, der bevorzugt in Beinen und Hüfte vorkommt und chirurgisch entfernt werden muss. Die Angst der Betroffenen vor Einschränkungen oder Verlust der Beweglichkeit ist groß.

Ein Studienteam der Universitätsklinik für Orthopädie und des Comprehensive Cancer Center (CCC) der Med-Uni Wien und des AKH Wien konnte nun zeigen, dass PatientInnen, die hier operiert wurden, mobil bleiben und wieder Sport betreiben können.

In Österreich erkranken etwa 240 Personen pro Jahr an einem Sarkom. Die äußerst schmerzhafte Erkrankung betrifft meist das Bein und die Hüfte und führt zur Zersetzung des Knochens; unbehandelt führt sie zum Tod.

Chemo und Operation

Wurde früher vielfach umfassend amputiert, gelingt es heute in mehr als 90 Prozent der Fälle, die Extremität zu erhalten. Die Therapie der Wahl ist eine Kombination aus einer Chemotherapie und einer Operation, bei der der Tumor chirurgisch entfernt wird. Das fehlende Stück Knochen kann mittels einer Prothese oder mit eigenem Knochenmaterial ersetzt werden.

Eine wichtige Frage, die sich den meist jungen PatientInnen stellt, ist, inwieweit die OP ihre Mobilität und ihre Fähigkeit Sport zu betreiben beeinflusst.

Bewegung als Programm

Eine Studiengruppe der Universitätsklinik für Orthopädie der Med-Uni Wien untersuchte unter der Leitung von Gerhard Hobusch die Sportfähigkeit und Mobilität von LangzeitpatientInnen nach der Operation eines Ewing-Sarkoms.

Es zeigte sich, dass neben der Lage des Tumors und der Art der Rekonstruktion des Knochens auch die sportliche Aktivität der PatientInnen vor der OP entscheidend für die Wiederherstellung bzw. den Erhalt der Beweglichkeit ist.

Hobusch: "Wir konnten an Hand von Langzeitüberlebenden zeigen, dass eine biologische Rekonstruktion besonders gute Ergebnisse zeigt. Vor allem, wenn der Tumor am Schienbein lokalisiert war und man nach der Entfernung des betroffenen Areals den fehlenden Teil mit einem Stück aus dem Wadenknochen ersetzen konnte. Diese PatientInnen konnten danach wieder stark belastende Sportarten wie Joggen ausführen und zeigten dabei vergleichbar gute Ergebnisse wie gesunde Personen."

Gute Ergebnisse zeigten auch biologische Rekonstruktionen an der Hüfte und am Oberschenkel. Hobusch: "Uns hat überrascht, dass auch PatientInnen mit großen Prothesen des Knies und der Hüfte einen hohen Grad an Mobilität erreichen konnten.

Außerdem hat die Studie gezeigt, dass Personen, die bereits vor der Erkrankung sportlich aktiv waren, auch nach der Operation mobiler waren und nicht auf Sport verzichten mussten."

Studie

"Do Patients With Ewing's Sarcoma Continue With Sports Activities After Limb Salvage Surgery of the Lower Extremity?"

  • Beim Ewing-Sarkom zersetzt sich der Knochen, hier im Schienbein.
    foto: wikimedia

    Beim Ewing-Sarkom zersetzt sich der Knochen, hier im Schienbein.

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