Kinderpornos und NS-Gut im Internet: Meldungen drastisch gestiegen

21. Mai 2014, 13:07
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 Im Vorjahr fast zweieinhalb Mal so viele Nachrichten wie 2012

Die Zahl der Meldungen bezüglich kinderpornografischer oder verbotsgesetzwidriger Inhalte im Internet ist im Vorjahr gegenüber 2012 laut der Meldestelle "Stopline" drastisch angestiegen. 6.070 Nachrichten, beinahe zweieinhalb Mal so viele wie 2012 (2.615 Meldungen), erreichten die Stelle im Jahr 2013. Das waren so viele wie noch nie. 26 Prozent des Materials waren tatsächlich illegal.

Nur drei strafbare Inhalte in Österreich gehostet

Wie Barbara Schloßbauer, Leiterin von "Stopline", am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien bekannt gab, betrafen 98 Prozent des Materials kinderpornografische Inhalte, der Rest war verdächtig im Hinblick auf nationalsozialistische Wiederbetätigung. Die 26 Prozent des tatsächlich strafbaren Materials waren ein Anstieg gegenüber 2012 um neun Prozentpunkte, als 17 Prozent tatsächlich illegal waren.

Erfreulich war, dass nur drei der 1.552 strafbaren Inhalte in Österreich gehostet wurden, sagte Schloßbauer. "Stopline", die vor mehr als 15 Jahren von den Internet Service Providers Austria (ISPA) gegründet wurde, registrierte eine weitere günstige Entwicklung: "80 Prozent der illegalen Inhalte sind innerhalb von drei Tagen aus dem Netz verschwunden", sagte Maximilian Schubert, Generalsekretär der ISPA. Vor zehn Jahren sei diese Quote erst bei 60 Prozent gelegen.

Besorgniserregende Entwicklungen

Doch es gibt auch besorgniserregende Entwicklungen: Schloßbauer sprach von einem "Trend zu geschlossenen (Kinderporno-, Anm.)Foren" mit sehr strengen Aufnahmekriterien bis hin zu der Forderung, dass Interessierte zunächst selbst neues Material einbringen müssen. Dies diene "zum Nachweis der Integrität, im negativen Sinn", erklärte die "Stopline"-Leiterin.

Außerdem machen es technologische Entwicklungen immer leichter, illegales Material zu produzieren, zu veröffentlichen und damit auch zu konsumieren. Problematisch sei in diesem Zusammenhang vor allem, dass die klare Trennung zwischen Tätern und Opfern verschwimme. Viele Minderjährige würden zu sorglos mit ihrer Intimsphäre umgehen und bedenkenlos Bilder als Mittel der Selbstdarstellung posten, die streng genommen kinderpornografisch sind, aber keinen sexuellen Missbrauch abbilden und in vielen Fällen freiwillig entstanden sind.

INHOPE

"Stopline" ist auch in INHOPE, ein weltweites Netz von Meldestellen, eingebunden, das 1999 gegründet wurde. Dies ermöglicht es über die Partnerorganisationen, dass auch im Ausland gehostete Inhalte schnell aus dem Netz genommen werden. Die meisten Inhalte gab es übrigens bei US-, russischen und niederländischen Hosts.

"Stopline" ist eine nicht-behördliche Meldestelle für verbotene Inhalte (Kinderpornografie und nationalsozialistische Wiederbetätigung). Sie richtet sich vor allem an User, die sich nicht direkt bei der Polizei melden möchten. Die behördlichen Meldestellen sind auf der BMI-Seite ersichtlich. Sowohl bei den behördlichen als auch bei "Stopline" erfolgt die Meldung anonym. (APA, 21.5.2014)

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