"Happy"-Video: Verhaftete IranerInnen unter Auflagen wieder auf freiem Fuß

21. Mai 2014, 11:17
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Unverschleierte Frauen verstießen gegen "öffentliche Sittsamkeit"  

Teheran - Jene sechs jungen IranerInnen, die wegen einer selbstgedrehten Version von Pharell Williams Hit-Video "Happy" auf Youtube am Mittwoch in Teheran verhaftet wurden, sind offenbar wieder freigelassen worden. Ihnen wurde vorgeworfen, gegen die "öffentliche Sittsamkeit" verstoßen zu haben. Der Clip zeigt drei Männer und drei unverschleierte Frauen, wie sie zu dem Song tanzen, singen und Spaß haben.

Die Modefotografin Reihan Tarawati, die selbst zu den Festgenommenen zählte, veröffentlichte über Instagram eine Kurznachricht "Hi, da bin ich wieder". Eine amtliche Bestätigung für die Freilassung gab es zunächst nicht. Der Regisseur des Clips blieb den ersten Angaben in den sozialen Netzwerken zufolge inhaftiert.

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Gemäß dem seit 1979 im Iran geltenden islamischen Recht müssen Frauen sich in der Öffentlichkeit von Kopf bis Fuß verschleiern. Eine eigens gebildete "Moralpolizei" wacht über die Einhaltung der Vorschriften. Das Internet wird im Iran massiv überwacht. Internationale Beobachter üben regelmäßig Kritik an der Menschenrechtslage im Iran.

In die Bemühungen um eine Freilassung der Tänzer und Tänzerinnen schaltete sich möglicherweise auch der als liberal geltende Präsident Hassan Rohani ein, der zur Zeit China besucht. Ein Twitter-Account, das offenbar von seinen Vertrauten betrieben wird, verbreitete einen Ausspruch Rohani vom Juni 2013. Darin erklärte er, "Frohsinn" sei das "Recht" der Bevölkerung. "Wir sollten nicht zu hart mit Verhaltensweisen ins Gericht gehen, die von Freude hervorgerufen werden." (APA, 21.5.2014)

  • IranerInnen wurden wegen dem Video verhaftet.
    foto: screenshot youtube

    IranerInnen wurden wegen dem Video verhaftet.

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