Moody's: Osten bleibt Risiko für Banken

21. Mai 2014, 07:27
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Die Ratingagentur belässt den Ausblick für die heimischen Institute bei "negativ"

Wien - Die Ratingagentur Moody's beurteilt die österreichische Bankenlandschaft weiter skeptisch und lässt den Ausblick - wie schon seit 2009 - auf negativ. Hauptgrund ist das starke Engagement der Institute in "mehreren" sehr unsicheren Märkten in Osteuropa, wo die Banken aber 30 Prozent ihrer Veranlagungen halten, schreibt das Institut in einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse.

Außerdem fließe in die Einschätzung ein, dass die öffentliche Hand sich sehr zurückhaltend zeigt, unbesicherte Gläubiger von Problembanken zu unterstützen. Das beeinflusse die gesamte Kreditwürdigkeit der bewerteten österreichischen Banken.

Geschäftsmodell im Fokus

Das Auslandsengagement der heimischen Banken ist immer wieder im Fokus der Agentur. Auch im Juni 2012 hatte Moody's die stark in Osteuropa engagierten Großbanken Erste, RBI und Bank Austria heruntergestuft und das unter anderem mit ihrem hohen Risiko in der Region begründet.  Allerdings hatte sie auch damals deren Geschäftsmodell in Osteuropa für haltbar und profitabel eingestuft.

Eine Einschätzung, die die Ratingagentur im Oktober des Vorjahres bestätigte.  Ohne Osteuropa wäre Österreich eine deutlich weniger dynamische Volkswirtschaft. Mittlerweile haben sich mit den Entwicklungen in der Ukraine weitere Unsicherheitsfaktoren aufgetan.

RBI-Chef Sevelda sprach Mitte Mai davon, dass "2014 ein entscheidendes Jahr für den europäischen Bankensektor werden wird, in dem die Diversifizierungsstrategien der in der CEE-Region tätigen Banken auf den Prüfstand gestellt werden". Er zeigte sich in einer Bankaussendung aber überzeugt, dass die meisten CEE-Länder "heute stärker und stabiler sind als noch vor rund sechs Jahren."

Die Bilanzen der Banken im Osten legten demnach weiter stärker zu als im Westen: In der Eurozone war der Raiffeisen-Studie zufolge von 2011 bis Jahresende 2013 ein Rückgang der Gesamtbilanzsumme um rund 2.000 Mrd. Euro zu verzeichnen. Im gleichen Zeitraum sei die Gesamtbilanzsumme in Zentral/Osteuropa um rund 350 auf 2.400 Milliarden Euro gewachsen. Zum Ultimo 2013 entsprach die CEE-Bilanzsumme 9,7 Prozent der gesamten Bilanzsumme innerhalb der Eurozone. (APA/red, derStandard.at, 21.5.2014)

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