Pakistan: Dutzende Tote bei Luftangriffen

21. Mai 2014, 06:58
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Geheimdienst: mehrere Zivilisten verletzt

Miranshah - Die pakistanische Luftwaffe hat in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan mindestens 60 mutmaßliche Extremisten getötet. Unter den getöteten "Terroristen" seien auch ranghohe Kommandanten, erklärte die Armee am Mittwoch. Rund 30 Menschen seien bei dem Einsatz in Nord-Waziristan verletzt worden. Unter ihnen sollen laut Geheimdienstmitarbeitern auch Zivilisten sein.

Die Region gilt als Rückzugsgebiet der pakistanischen Taliban (TTP) sowie verbündeter Kämpfer. Um wen es sich bei den Kommandanten genau gehandelt haben könnte, erläuterte das Militär nicht. Im Visier seien Verantwortliche für Bomben- und Selbstmordattentate der jüngsten Zeit gewesen, hieß es. Demnach wurde bei den Angriffen auf Verstecke der Aufständischen auch ein großes Munitionsdepot zerstört. Ob auch Zivilisten unter den Opfern waren, war unklar.

Journalisten  ausgesperrt

Armee und Rebellen lieferten sich am Mittwoch Gefechte, Journalisten war der Zugang zum Kampfgebiet verwehrt. Eine unabhängige Überprüfung der Behördenangaben war daher zunächst unmöglich.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachtete indes Angriffe von Kampfhubschraubern und Bodentruppen auf die Stadt Mir Ali. Einem Geheimdienstvertreter in Nord-Waziristan zufolge wurden auch in den Regionen um Datta Khel und Ghulam Ali Ziele beschossen.

Nord-Waziristan ist eines von sieben halbautonomen pakistanischen Stammesgebieten entlang der afghanischen Grenze. Die jüngsten Angriffe dürften ein weiterer Dämpfer für die Verhandlungen der Regierung in Islamabad mit den pakistanischen Taliban sein. Die Gespräche hatten im Februar begonnen, eine Anfang März beschlossene Waffenruhe wurde aber schon im Folgemonat gebrochen. Die TTP sind mit Kämpfern verbündet, die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehen.

Seit dem Beginn des Aufstands der pakistanischen Taliban im Land im Jahr 2007 wurden mehr als 6.800 Menschen getötet, (APA, 21.5.2014)

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