Monegasse Rosberg hofft auf die Trendwende

20. Mai 2014, 18:40
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Grand Prix von Monaco am Sonntag als echtes und fast echtes Mercedes-Heimrennen

Monaco - Formel-1-Piloten mit Wohnsitz in Monaco gibt es viele, aber nur einer des aktuellen Feldes ist auch im zweitkleinsten Staat der Erde aufgewachsen - zumindest teilweise. Denn der finnische Weltmeister Keke Rosberg und dessen deutsche Frau ließen ihren in Wiesbaden geborenen Spross Nico auch sehr gerne auf Ibiza herumtoben.

Der Kleine geriet derart gut, dass er aktuell, mit 28 Jahren, gegen seinen Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton um den Titel rast. Zuletzt hatte der um ein halbes Jahr ältere Brite mit vier Siegen en suite immer die Nase vorne. Aber Nico Rosberg ist zuversichtlich, am Sonntag im Heimrennen, für das traditionell erstmals schon am Donnerstag trainiert wird, den Spieß umdrehen zu können. "Es braucht nur das Extraquäntchen, dann bin ich wieder vorn."

Der Heimvorteil wiegt insofern nicht allzu schwer, als Rosberg und Hamilton im selben Appartementhaus wohnen. Schwerer wiegt, dass die aktuelle Nummer zwei der WM zumindest in Bahrain und Barcelona schneller war. Hamilton, der um drei Zähler führt, hat das selbst zugegeben, damit aber auch zu verstehen gegeben, dass es eben nicht nur auf Rundenzeiten ankommt.

Die Teamführung weiß um das Risiko einer Eskalation. "Man kann nicht erwarten, dass die beiden jetzt auf Kuschelkurs gehen, wenn sie wissen, dass sie jetzt das Werkzeug haben, um Weltmeister zu werden", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Es gebe immer wieder Gespräche mit den Kontrahenten, um einen Bruch der Freundschaft aus Kartzeiten zu verhindern.

Rad-an-Rad-Duelle erfreuten die Zuseher, waren aber bisher auch wohl kalkulierbare Risiken. In Monaco ist alles etwas enger, weshalb nach diesem Wochenende der Haussegen bei Mercedes schief hängen könnte. (sid; lü, DER STANDARD, 21.5.2014)

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