Erwartbare Ernüchterung

Einserkastl20. Mai 2014, 19:12
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Das "Erwartungsloch" der Politik füllt sich langsam semantisch mit Sinn

Ratlos lassen sie uns zurück: unsere Politiker. Derzeit servieren sie ständig neue Budgetzahlen, wobei aber sowieso feststeht: Sie sparen, wir bluten. Und schön langsam füllen sich auch das als "Erwartungsloch" verkaufte Budgetloch und die dazugehörige Politik zumindest semantisch mit Sinn: All das war erwartbar. Selbst schuld, wer sich vom amtierenden Regierungspersonal mehr versprochen hat. Wobei, die Idee der Familienministerin der Abschaffung des Tags der Arbeit könnte sogar Pessimisten überrascht haben. Aber immerhin hat die Ministerin nicht gleich auch Pfingsten samt Heiligem Geist abgeschafft.

Manchmal bringt nicht einmal Erleichterung, wenn sich Politiker einmal nicht um uns kümmern, sondern um echt Wichtiges. Um Tiere zum Beispiel. Die Grüne Madeleine Petrovic etwa - notabene nicht als Kandidatin fürs EU-Parlament, sondern als Tierschutzvereinspräsidentin - hat sich jüngst um Infos über eine Katze verdient gemacht, die jene Hausexplosion in Wien überlebt hat, bei der ein junger Mann ums Leben kam.

Einem Krone-Interview verdanken wir das Wissen, dass das Viecherl zwar "voll Staub und verfilzt ist", sonst aber wohlauf. Auch über die im Haus vermutete Vogelspinne sind wir dank Petrovic - allen Ernstes - informiert: "Sie dürfte wohl durch die Wucht der Explosion getötet worden sein."

Auch das: irgendwie erwartbar. Und echt ernüchternd. (gra, DER STANDARD, 21.5.2014)

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    foto: dpa / jochen lübke
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