Zinsmanipulation: EU schlägt zu

20. Mai 2014, 18:41
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JPMorgan, HSBC und Crédit Agricole betroffen

Brüssel/Frankfurt - In den Ermittlungen wegen Zinsmanipulation hat die EU-Kommission drei weitere Großbanken ins Visier genommen. Es handelt sich um den US-Finanzkonzern JPMorgan, die britische HSBC und den französischen Crédit Agricole. Sie sollen den für zahlreiche Kredite und andere Finanzprodukte wichtigen Leitzinssatz Euribor abgestimmt haben. Mögliche Strafen, die bis zu zehn Prozent des Umsatzes ausmachen können, wurden noch keine verhängt.

Zudem wird der Londoner Broker ICAP verdächtigt, den Yen-Libor manipuliert zu haben. Bereits im Dezember waren sechs Banken zur bisherigen Rekordstrafe von 1,7 Mrd. Euro vergattert worden, darunter Royal Bank of Scotland, Deutsche Bank und Citigroup. Damals kam es zu einem Vergleich, der den Beschuldigten einen zehprozentigen Rabatt von der Strafe einbrachte.

Im Skandal um manipulierte Devisenkurse wiederum schlägt die deutsche Finanzaufsicht BaFin Alarm. "Das, was wir sehen, ist nicht beruhigend", sagte der für die Bankenaufsicht verantwortliche Exekutivdirektor Raimund Röseler am Dienstag auf der Jahrespressekonferenz der Behörde. "Es hat Versuche gegeben, Preise zu manipulieren." Konkrete Beispiele wollte er nicht nennen.

Es gehe um mehrere Währungen, wohl aber nicht um Leitwährungen wie den Dollar. Die BaFin stehe bei ihrer Untersuchung in engem Kontakt mit den Aufsehern in anderen Ländern. Das Thema sei komplex, die Ermittlungen dürften sich deshalb mindestens bis ins nächste Jahr hinziehen. Die weltumspannende Untersuchung möglicher Manipulationen der Referenzkurse für verschiedene Währungen läuft schon seit etwa einem Jahr. Dabei durchforsten die Aufseher Tausende elektronische Nachrichten von Händlern, um der Frage nachzugehen, ob diese sich unerlaubt abgesprochen haben. (red; Reuters, DER STANDARD, 21.5.2014)

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