Kinder nicht mit simplen Antworten abspeisen

20. Mai 2014, 17:40
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Das Zoom Kindermuseum im Museumsquartier feiert sein 20-jähriges Bestehen

Wien - Im Zoom Kindermuseum wird derzeit ermittelt. Dreikäsehohe Detektive erstellen Phantombilder oder entziffern Geheimschriften. Auf den Spuren von Columbo und CSI versuchen sie herauszufinden, was ein Hundeskelett im Sand mit einem rätselhaften Auto zu tun hat, das dort in Originalgröße herumsteht. Detektivgeschichten heißt die Schau, mit der das Zoom aktuell zum "Lernen mit allen Sinnen" einlädt.

Eine eindeutige Lösung gibt es für die Kriminalfälle nicht. Allzu simple Antworten zu geben war aber auch noch nie die Sache des Zoom. Man möchte Kindern vielmehr zeigen, "dass die Welt, in der wir Leben, vielschichtig ist", so Direktorin Elisabeth Menasse über das Erfolgsrezept des Kindermuseums, das heuer seinen 20. Geburtstag feiert.

Als man 1994 mit Treffpunkt Picasso eröffnete, sorgte man für Irritation: Museen galten zu dieser Zeit vor allem als Orte für Erwachsene, erzählt Gründungsdirektorin Claudia Haas. Die Besucherzahlen stiegen dennoch rapide. Heute zählt das Zoom zu den bestbesuchten Häusern im Museumsquartier. Dabei fürchtete man noch 2009 um das Bestehen: Kulturministerin Claudia Schmied setzte damals den Gratiseintritt in Bundesmuseen für Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre um. Im Zoom, das zur Stadt Wien gehört, fürchtete man um die Konkurrenzfähigkeit. 2010 wurde der Gratiseintritt schließlich auch für städtische Museen durchgesetzt.

Menasse, die als Psychologin im Bereich Kindermuseen forschte, leitet das Zoom seit 2003. Dass es eigene Museen für Kinder brauche, davon ist sie überzeugt. Zwar böten auch herkömmliche Museen hervorragende Kinderprogramme an, sie beschränkten sich allerdings oftmals darauf, Erwachseneninhalte zu vereinfachen.

Bei der Aufbereitung der Themen kooperiert das Zoom bisweilen mit Wissenschaftern und Künstlern, so etwa mit Gelatin oder Christine Nöstlinger. Ein anderes Erfolgsrezept des Zoom ist die Mischung aus ernsten und leichten Themen. Immerhin realisierte man auch Ausstellungen zu den Themen Tod oder Leben auf der Flucht. Derzeit konzipiert man ein "Kindermuseum im Weltmuseum". (Roman Gerold, DER STANDARD, 21.5.2014)

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