Erotikhändler Secret Factory insolvent

20. Mai 2014, 17:34
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Überschuldung von mehr als 2,5 Millionen Euro, die DVD-Verkäufe seien durch Streaming-Portale weggebrochen

Wien/Salzburg - Der Salzburger Erotikhändler Secret Factory mit 43 Filialen österreichweit und 164 Mitarbeitern ist zahlungsunfähig. Als Insolvenzursache hat das Unternehmen die "völlige Neuausrichtung des Marktes für Erotikartikel durch das Internet" angeführt. Die Höhe der Aktiva (Vermögen) beläuft sich auf 1,97 Mio. Euro, die Passiva (Verbindlichkeiten) liegen bei 4,51 Mio. Euro.

Heute, Montag, wurde für Secret Factory ein Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung am Landesgericht Salzburg eröffnet, teilte der Kreditschutzverband KSV in einer Aussendung mit. Betroffen von der Insolvenz sind 310 Gläubiger. Die Größe des Unternehmens soll im Rahmen des Sanierungsverfahrens durch Teilbetriebsschließungen verringert werden. Secret Factory betreibt seine Filialen in Österreich unter dem Namen "Seven Sins" und "Erotikmarkt".

"Die Warengruppe DVD ist gänzlich zu Gunsten der Streaming-Portale verloren gegangen, sonstige Artikel werden über den Internethandel, wie etwa Amazon vermarktet und gerät dadurch der Einzelhandelspreis massiv unter Druck", schreibt das Unternehmen in seinem Insolvenzantrag. Secret Factory versuchte mit der Entwicklung von Eigenmarken, welche nicht mit anderen Händlern verglichen werden können und einem eigenen Internetportal entgegenzusteuern. "Die Implementierung der Eigenmarken und die Vermarktung über Internet liegt jedoch hinter den Erwartungen zurück", so der Erotikhändler.

Secret Factory gehört laut FirmenCompass zu jeweils 33 Prozent der AB Privatstiftung und der Herbert Derkits Privatstiftung, Karl Kloiber (11 Prozent), PAULA Invest GmbH (22 Prozent) und Vasella Lorenzo Benito ( 1 Prozent). (APA, 20.5.2014)

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