Neue Technik analysiert Netzhaut-Durchblutung bei Glaukom-Patienten

20. Mai 2014, 15:49
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Forscher wollen klären, welche Rolle verminderter Blutfluss bei der Entstehung von Grünem Star spielt

Wien - Der exakte Blutfluss in der Netzhaut bei der Entwicklung eines Glaukoms kann jetzt erstmals exakt gemessen werden. Ein Team der MedUni Wien hat dafür die bereits seit längerer Zeit bekannte Methode der Optischen Kohärenztomografie eingesetzt, hieß es Dienstag in einer Aussendung.

Die Methode erlaubt die visuelle Beurteilung der Netzhaut und wurde so zu einem wichtigen Diagnoseinstrument, konnte jedoch bisher keine Daten zur Funktion der Netzhaut erheben. Mit Unterstützung des Wissenschaftsfonds FWF wurde die Technik weiterentwickelt.

Ursache für die auch Grüner Star genannte Krankheit ist ein erhöhter Augen-Innendruck. Dadurch kommt es zu einem irreversiblen Schaden am Sehnervenkopf, zum Absterben von Nervenzellen und dem Verlust des Gesichtsfeldes. Ein erhöhter Augendruck führt aber potenziell auch zu einer verminderten Durchblutung des Gewebes. Inwieweit dieser Mechanismus am Absterben von Nervenzellen beteiligt ist, sei umstritten, hieß es in der Aussendung. Möglicherweise habe auch der Blutfluss in der Netzhaut eine Auswirkung.

Reduzierte Durchblutung?

Leopold Schmetterer vom Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik der MedUni Wien erklärte zu dem Projekt: "Erstmals werden wir bei Glaukom-Betroffenen den absoluten retinalen Blutfluss messen können. So überprüfen wir die Hypothese, dass bei Glaukom der Blutfluss in der Netzhaut reduziert ist. Gleichzeitig werden wir die von uns entwickelte Technologie evaluieren - insbesondere ihre Eignung für die langfristige Analyse des Blutflusses bei einzelnen Betroffenen."

Die von Schmetterer und seinem Team optimierte Technologie nennt sich "Fourier-Domain Optische Doppler Kohärenztomographie" (FDODT) und stellt eine Weiterentwicklung der optischen Kohärenztomographie dar. Neben der Erfassung von Schnittbildern der Netzhaut ist nun eine Quantifizierung des Blutflusses möglich. Ergänzt mit weiteren Optimierungen durch das Team von Prof. Schmetterer kann die Methode nun den absoluten Blutfluss in der Netzhaut erfassen und so erstmals Information über dessen Einfluss auf ein Glaukom liefern. Eine Studie an 80 Probanden soll jetzt zeigen, ob die Durchblutung der Retina mit der Entwicklung eines Glaukoms korreliert. (APA/red, derStandard.at, 20.5.2014)

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