UNO: 10.000 Menschen seit Krim-Referendum auf der Flucht

20. Mai 2014, 13:03
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Vor allem Krim-Tataren vertrieben

Genf/Kiew/Sewastopol - Die Unruhen in der Ukraine haben rund 10.000 Menschen in die Flucht getrieben. Vertreibungen hätten bereits vor dem Referendum Mitte März auf der Krim begonnen und "seither allmählich zugenommen", erklärte das UN-Flüchtlingswerk UNHCR am Dienstag in Genf.

Bei den Flüchtlingen handle es sich mehrheitlich um Tataren, allerdings hätten die örtlichen Behörden zuletzt auch einen Anstieg unter ethnischen Ukrainern, Russen und ukrainisch-russischen Familien gemeldet, sagte UNHCR-Sprecher Adrian Edwards.

Es handle sich vor allem um Binnenflüchtlinge, die in den Westen oder ins Zentrum des Landes auswichen; Asylgesuche von Ukrainern im Ausland gebe es nach wie vor wenige. Hauptfluchtgründe seien "persönliche Bedrohung" oder "Angst vor Unsicherheit und Verfolgung", sagte Edwards.

Warnung vor Exodus aus Ostukraine

Der führende UN-Menschenrechtsvertreter Ivan Simonovic warnte angesichts eines drohenden Zusammenbruchs der Grundversorgung vor einem Massenexodus aus den von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebieten im Osten. Vor allem in der Region Donezk gehe inzwischen der Vorrat an lebenswichtigen Gütern wie etwa Insulin und anderen Arzneimitteln aus, sagte Simonovic der Nachrichtenagentur AFP.

Die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel Krim hatte sich Mitte März in einem Referendum nach offiziellen Angaben mit großer Mehrheit für einen Beitritt zu Russland ausgesprochen. Der Westen und die Regierung in Kiew halten die Abstimmung für völkerrechtswidrig. Bald darauf begannen die Unruhen im Osten derUkraine, in deren Verlauf zahlreiche Menschen getötet wurden. Nach dem ebenfalls international nicht anerkannten Referendum zur Abspaltung der Ostukraine beantragten die Separatisten in der Region Donezk vergangene Woche den Beitritt zu Russland. (APA, 20.5.2014)

  • Öffentliches Gebet in Donetsk.
    foto: ap/brabo

    Öffentliches Gebet in Donetsk.

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