Razzia wegen Schadsoftware: 28 Verdächtige in Österreich

20. Mai 2014, 13:43
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Ermittler stellten im Rahmen der Operation "BlackShades" 56 Terabyte Daten sicher

Im Zuge der Operation "BlackShades", die bei einer konzertierten Aktion der Justizbehörde Eurojust, der europäischen Polizeiagentur Europol und anderer Polizeibehörden in 16 Ländern gegen Vertreiber und Nutzer der Schadsoftware BlackShades durchgeführt wurde, sind in Österreich 28 Verdächtige aufgeflogen. Davon sind 19 namentlich ausgeforscht, teilte das Bundeskriminalamt (BK) am Dienstag mit.

Tipp des FBI

Ausgangspunkt war ein Tipp des FBI. Hacker verwendeten eine Schadsoftware, mit der fremde Computersysteme übernommen wurden. Dabei wurden verschiedenste Cybercrime-Delikte wie Phishing-Attacken, Accounthacking und -diebstahl in diversen sozialen Netzwerken, Denial-of-Service-Attacken, Verbreitung von Spammails und Computerviren und Aufbau von Bot-Netzwerken begangen.

Ende des Vorjahres schritten die Ermittler des Cybercrime-Competence-Center (C4) in Österreich zur Tat und forschten die 19 Verdächtigen aus. Dazu wurde in allen Bundesländern ermittelt. Neun weitere Täter haben von Österreich aus operiert, sind bisher aber namentlich noch nicht bekannt. Bei 21 Hausdurchsuchungen wurden 56 Terabyte Datenmaterial sichergestellt, bei drei Verdächtigen wurden auch Drogen - insgesamt 1,7 Kilogramm - gefunden.

Tausende Geschädigte

Laut Bundeskriminalamt gibt es weltweit Tausende Geschädigte. Mehr könne man aber erst nach der vollständigen Auswertung des Datenmaterials sagen. In Österreich waren rund 80 Polizisten im Einsatz.

Weltweit gab es bei der Operation 97 Festnahmen, 359 Wohnungen wurden durchsucht. Neben Österreich waren auch Deutschland, die Schweiz, die Niederlande, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Finnland, Estland, Dänemark, Italien, Kroatien, die USA, Kanada, Chile und Moldawien involviert. Neben Computern, Handys und Festplatten seien Bargeld, Waffen und Drogen beschlagnahmt worden, hieß es am Montag bei Eurojust.

Mutmaßlicher Chef festgenommen

US-Gerichtsunterlagen zufolge wurde auch der mutmaßliche Chef der Organisation hinter BlackShades festgenommen, der Online als "marjinz" bekannte Alex Yucel. Dabei seien die US-Ermittler von einem der Schöpfer von BlackShades als Informant unterstützt worden. Er habe zuvor versucht, einem verdeckt ermittelnden FBI-Agenten die Software zu verkaufen. Der US-Bundespolizei zufolge kauften Tausende Menschen in mehr als 100 Ländern BlackShades und verseuchten damit über eine halbe Million Computer. Das Programm gilt als fortgeschrittenes Hackerwerkzeug.

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