Public-Value-Beirat: Privatsender äußern Bedenken bei Hausjell

20. Mai 2014, 12:58
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Kommunikationswissenschafter soll Mitglied im Beirat werden - Entscheidung laut Ostermayer-Sprecher "in einem der nächsten Ministerräte"

Wien - Als "problematisch" bezeichnen die heimischen Privatsender die mögliche Bestellung des Kommunikationswissenschafters Fritz Hausjell in den Public-Value-Beirat. In einer Aussendung bezweifelte der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) die Objektivität des Medienexperten angesichts der Tatsache, dass Hausjell bereits mehrere Studien im Auftrag des ORF durchgeführt hat.

"Die Mitglieder dieses Beirates sind per Verordnung zur Objektivität verpflichtet", unterstrich der VÖP. Der in der KommAustria eingerichtete Beirat hat im Rahmen der Auftragsvorprüfung von neuen ORF-Angeboten ein Stellungnahmerecht und kann sich über die öffentlich-rechtliche Qualität der Vorhaben sowie deren möglichen Auswirkungen am Markt äußern. "Der Public-Value-Beirat kann einen starken Einfluss auf das inhaltliche Angebot des ORF ausüben. Daher ist es unverzichtbar, dass seine Mitglieder nicht nur fachlich qualifiziert, sondern zweifelsfrei unabhängig vom ORF sind", betonte VÖP-Geschäftsführerin Corinna Drumm.

Stünden bei einer Person allerdings "in dieser Hinsicht Fragezeichen im Raum", müsste Drumm zufolge im Zweifel davon Abstand genommen werden, sie in den Beirat zu berufen. Eine Entscheidung über den seit dem Ableben von Kommunikationswissenschafter Hannes Haas vakanten fünften Platz im Beirat soll "in einem der nächsten Ministerräte" getroffen werden, wie das Büro von Medienminister Josef Ostermayer (SPÖ) erklärte.

Wie die "Presse" berichtete, äußerte auch die ÖVP ihre Bedenken, sie hält Hausjell für keinen unabhängigen Experten. (APA, red, 20.5.2014)

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