Landespräsidenten behielten Vormacht bei AK-Wahl

20. Mai 2014, 07:18
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Wahlbeteiligung sinkt unter 50 Prozent in allen Bundesländern

Mit dem Ende der Arbeiterkammer-Wahl in Niederösterreich sind die neun Arbeiterkammer-Wahlen in allen Bundesländern geschlagen. In sieben Ländern bauten die Landespräsidenten ihre Vormacht bei geringer Wahlbeteiligung aus, was vor allem für die Christgewerkschafter dramatische Ergebnisse brachte.

Die Steiermark ist das einzige Bundesland, wo die stärkste Partei - nämlich die FSG - einen heftigen Dämpfer erlitt. Die Sozialdemokraten verloren 8,1 Prozentpunkte und kamen auf 57,7 Prozent. In der Steiermark kandidierte kein lang gedienter "Landeskaiser" für die roten Gewerkschafter, sondern mit Josef Pesserl ein Neuling. Bereits bei der Nationalratswahl 2013 waren SPÖ und ÖVP abgestraft worden.

Kaske schaffte Stimmenzuwachs

Neu war auch Rudolf Kaske, der sich als Präsident der Bundesarbeitskammer erstmals einer Wahl stellen musste, nämlich der zur Wiener Kammer. Der langjährige Spitzengewerkschafter schaffte ein erfolgreiches Debüt. 58,7 Prozent bedeuteten ein Plus von 2,3 Prozentpunkten.

Dem negativen Landestrend mit hohen Stimmenverlusten der SPÖ bei der letzten Landtagswahl und eher enttäuschender Gemeinderatswahl trotzte in Salzburg Siegfried Pichler. Die FSG legte von 67,9 auf 69,5 Prozent zu. Die schwarzen Arbeitnehmervertreter fielen auf Platz drei hinter die Freiheitlichen,

Johann Kalliauer in Oberösterreich erreicht mit einem Plus von 6,2 Prozentpunkten insgesamt 65,5 Prozent, der FCG in Oberösterreich verlor mehr als acht Prozentpunkte.

Schwarze Präsidenten bleiben

Der Christgewerkschafter Erwin Zangerl konnte in Tirol das Rekordergebnis von vor fünf Jahren noch einmal um einen Prozentpunkt auf 64 Prozent steigern. Der Vorarlberger Fraktionskollege Hubert Hämmerle büßte zwar als einziger amtierender Präsident Stimmen ein, nämlich 1,1 Prozentpunkte, seine 51,7 Prozent reichten aber für eine absolute Mehrheit.

Die Sozialdemokratischen Gewerkschafter verloren in den westlichen Bundesländern dramatisch, vor allem Tirol, wo die FSG gerade noch über 18,5 Prozent verfügt.

Freiheitliche legten in der Steiermark zu

Nicht überragend, aber auch nicht schlecht verliefen die Wahlen für die Freiheitlichen und Grünen nahestehenden Gruppen. Die freiheitlichen Arbeitnehmer reüssierten vor allem in der Steiermark, wo sie um 7,1 Punkte auf 14,5 Prozent zulegten. Dazu kam der Prestige-Erfolg in Salzburg, wo man an den Christgewerkschaftern vorbei auf Platz zwei zog. Zweite sind die Freiheitlichen auch in Kärnten. In Niederösterreich gab es ein schwaches Plus von 0,8 Punkten auf 9,3 Prozent. Eine Enttäuschung setzt es in Wien, wo mehr als drei Prozentpunkte verloren gingen und die freiheitlichen Arbeitnehmer nur noch im einstelligen prozentuellen Bereich sind.

Grüner Erfolg in Tirol

Die Grünen schnitten dort gut ab, wo es auch in der Landespolitik traditionell gut läuft, etwa in Tirol, wo es zu acht Prozent reichte sowie in Wien, wo die Grün-nahe AUGE mit 7,9 Prozent relativ nahe an ÖAAB und Freiheitlichen dran war. Freilich haben auch die Grünen ihre Problemgebiete, vor allem Niederösterreich und das Burgenland, wo sich gerade einmal 3,1 Prozent für die AUGE entschieden.

Die Wahlbeteiligung ging in allen Bundesländern zurück, in keinem Land gingen mehr als 50 Prozent der Arbeitnehmer wählen. Besonders dramatisch ist das Ergebnis in Salzburg mit 35,1 und in Vorarlberg mit 36,4 Prozent Beteiligung. (APA, 20.5.2014)

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