"Die Arbeit verfolgt einen überall hin"

19. Mai 2014, 15:42
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Die Erreichbarkeitsfalle: Wer macht heute noch Freizeit?

Ein Forschungsprojekt am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft beschäftigt sich mit der "Mediatisierung von Arbeit“. Dabei geht es unter anderem darum, wie neue Medien und Technologien die Arbeitswelt verändern.

Studienautorin Caroline Roth-Ebner: "Es zeigt sich, dass Medien- und Technikkompetenz heute wichtige Grundvoraussetzungen für die Ausübung vieler Berufe ist“. Zwei zusätzliche Kompetenzen würden aber zunehmend an Bedeutung gewinnen: "Die flexiblen und entgrenzten Arbeitsbedingungen erfordern Fähigkeiten im Management von Zeit und Raum sowie im Grenzmanagement.“

Vor allem das mobile Büro in Form von Mailzugängen über Smartphone, Laptop und Tablet-PC stelle dabei eine besondere Herausforderung dar und erfordere ein verstärktes Austarieren der Grenzen zwischen Arbeit und Nicht-Arbeit. "Die Arbeit verfolgt einen überall hin“, erläutert ein Digicom-Arbeiter (arbeitet hauptsächlich mit digitalen Technologien im Job)  im Interview die Erreichbarkeitsfalle.

Schon die ersten Zwischenergebnisse zeigen, dass es neue Kompetenzen der Arbeitskräfte braucht, um die Chancen einer mediatisierten Arbeitswelt zu nutzen und die Herausforderungen zu bewältigen.

Wie die Online-Umfrage im Rahmen der Studie ergab, checken 30 Prozent der 445 Befragten ihre beruflichen E-Mails vor dem Schlafengehen und nach dem Aufstehen. Lediglich fünf Prozent geben an, in der Freizeit überhaupt nicht für ihre Unternehmen bzw. Kunden erreichbar zu sein. Laut Roth-Ebner geht damit eine Strategie auf: "Gezielt statten Unternehmen ihre Mitarbeiter mit statusträchtigen Smartphones aus, was den Druck erhöht, sich privat verfügbar zu halten.". (kbau, derStandard.at, 19.05.2014)

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