Identitären-Marsch: Hitzige Debatten im Netz 

19. Mai 2014, 14:12
70 Postings

Große Aufregung wegen junger Frau, die ihr Kind verloren haben soll – laut einigen Identitären-Unterstützern "selbst Schuld"

Der Marsch der sogenannte Identitären sorgt für Aufregung in sozialen Netzwerken. Am Samstag war die rechtsextreme Jugendbewegung durch Wien gezogen, begleitet von einer antifaschistischen Gegendemonstration. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei, eine schwangere Demonstrantin soll ihr Kind verloren haben.

Facebook: Proteste gegen Polizei

Besonders dieser Vorfall sorgt für heftige Diskussionen: Zahlreiche Postings auf der Facebook-Seite der Wiener Polizei fordern eine lückenlose Aufklärung und etwaige Konsequenzen. Gleichzeitig schießen sich zahlreiche Nutzer auch auf die Schwangere ein.

"Vielleicht besser für das Kind"

Ein User fordert sogar, die junge Frau wegen "fahrlässiger Tötung ihres Kindes“ einzusperren, aber: "Vielleicht kann man froh sein dass es so kam, so muss das arme Kind nie den Hass der Linken lernen.“ Das Posting ist auf der Facebook-Seite der Polizei noch immer abrufbar.

Polizei: "Angebliche Schwangerschaft"

Die Polizei selbst hat sich auf Facebook erst am Montagvormittag zum Vorfall geäußert: Sie spricht von einer "angeblichen" Schwangerschaft und sieht keine eigenen Fehler.

Auch auf der Facebook-Seite "Solidarität mit unserer Polizei“ wird die Frau kritisiert, dort ist etwa zu lesen, sie sei "hirnlos und unverantwortlich“.

Strache auf Facebook: "In 10 Jahren sind das Parlamentarier und Journalisten"

Keine Rede von dem Vorfall ist hingegen bei FPÖ-Obmann H.C. Strache. Er spricht davon, dass der "grüne und rote Parteinachwuchs wieder im gutmenschlichen (und gewaltbereiten) Einsatz“ gewesen sei und prophezeit: "In 10 Jahren sind das dann leider Parlamentarier, Journalisten, Richter und Staatsanwälte.“ Zusätzlich teilt Strache Bilder, die den Gewalteinsatz der antifaschistischen Demonstranten belegen sollen.

Kritik an Glawischnig wegen Schweigens

Auf den offiziellen Facebook-Seiten anderer Parteispitzen findet sich nichts zu den Vorfällen, was auch zu Kritik von Nutzern führt, etwa auf Eva Glawischnigs Pinnwand. Einzig die sozialistische Jugend beschäftigte sich mit den Gegendemonstrationen und sprach von einem "eskalativen Vorgehen der Polizei.“

Identitäre: Riesenerfolg

Die Identitäre-Bewegung selbst, die bei etwas weniger als 2.500 Facebook-Likes hält, spricht von einem "Riesenerfolg“ der Demo. Ähnliches ist auf den neun Bundesländern-Ablegern der Gruppierung zu lesen, wo auch Videos und Fotos von der Demonstration veröffentlicht wurden.

Ausländische Identitäre berichten über Anreise

Wie gut die Identitären europaweit vernetzt ist, zeigt sich auf den Seiten ausländischer Identitären-Gruppen. Dort wird detailliert über die Anreise nach Wien berichtet, etwa bei den Identitären Hessen: "Alles für die Heimat !!! Alle nach Wien!"

Morddrohungen gelöscht

Wie bereits am Samstag berichtet waren auf der Seite der "Identitären Bewegung Wien" in Postings Morddrohungen gegen Gegendemonstranten geäußert worden. Die Kommentare wurden wieder gelöscht. (fsc, derStandard.at, 19.5.2014)

  • Die Identitären sind in den sozialen Medien selbst sehr präsent. Auf Facebook feiern sie ihre Demo als Erfolg, am Samstag gab es noch Morddrohungen zu lesen.
    foto: screenshot

    Die Identitären sind in den sozialen Medien selbst sehr präsent. Auf Facebook feiern sie ihre Demo als Erfolg, am Samstag gab es noch Morddrohungen zu lesen.

  • Auf der Facebook-Seite der Wiener Polizei fordert ein Nutzer Konsequenzen für die schwangere Demonstrantin, die ihr Kind verloren haben soll
    screenshot

    Auf der Facebook-Seite der Wiener Polizei fordert ein Nutzer Konsequenzen für die schwangere Demonstrantin, die ihr Kind verloren haben soll

  • FPÖ-Obmann nennt die antifaschistischen Gegendemonstranten künftige "Parlamentarier, Journalisten, Richter und Staatsanwälte"
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    FPÖ-Obmann nennt die antifaschistischen Gegendemonstranten künftige "Parlamentarier, Journalisten, Richter und Staatsanwälte"

  • Die Polizei spricht auf Facebook von einer "angeblichen" Schwangerschaft
    foto: screenshot

    Die Polizei spricht auf Facebook von einer "angeblichen" Schwangerschaft

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