Über 30 Kinder starben in brennendem Bus in Kolumbien

19. Mai 2014, 05:58
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Einige Insassen konnten sich nicht mehr rechtzeitig retten

Mehr als 30 Kinder sind beim Brand eines Busses in Kolumbien ums Leben gekommen, viele weitere wurden verletzt. Das Fahrzeug ging am Sonntag aus bisher ungeklärter Ursache im Ort Fundacion im Bezirk Magdalena im Norden des Landes in Flammen auf. Nach Berichten örtlicher Medien befanden sich die Kinder auf dem Heimweg vom Gottesdienst in einer evangelikalen Kirche.

"Wir müssen zuerst klären, was passiert ist, aber nach vorläufigen Erkenntnissen sind 32 Kinder ums Leben gekommen, die zu einer Religionsgemeinschaft gehörten, die zum Unglückszeitpunkt in Fundacion unterwegs war", sagte der örtliche Polizeikommandant Rodrigo Gonzalez. Nach Angaben des US-Senders CNN handelte es sich hingegen bei den Toten um 31 Kinder und einen Sicherheitsbeamten aus Magdalena.

Benzinkanister mögliche Ursache

Mindestens 25 weitere Kinder wurden laut dem kolumbianischen TV-Sender Caracol verletzt. Einige Opfer seien in den Flammen ums Leben gekommen, andere später an ihren Verletzungen in Krankenhäusern gestorben. Über das Alter der Kinder lagen zunächst keine Angaben vor.

Wie die Online-Ausgabe von "El Tiempo" berichtete, könnten in dem Bus Plastikkanister mit Schmuggel-Benzin transportiert worden sein, welches sich entzündet habe. Ein Augenzeuge sagte dem Sender Caracol, der Fahrer habe die Kinder angewiesen, Treibstoff in den Bus zu füllen, während er selbst etwas trinken gegangen sei - und beim Betanken sei es zur Explosion gekommen. Für beide Versionen gab es vorerst keine offizielle Bestätigung. Unklar blieb bisher auch der Verbleib des Busfahrers.

Der nationale Direktor der Roten Kreuzes, Cesar Urena, sagte, alle Rettungskräfte müssten sich auf den Weg nach Fundacion machen, um zu helfen. Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos reiste noch am Abend (Ortszeit) nach Fundacion auf. Er sprach von einer schrecklichen Tragödie. "Das Land ist in Trauer", schrieb er auf seinem Twitter-Account. Fundacion liegt etwa 850 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bogota. (APA, 19.5.2014)


Chronologie von Busunfällen mit Kindern unter den Todesopfern in der jüngeren Vergangenheit:

Februar 2014: Mindestens 15 Menschen kommen bei einem Busunfall auf dem Weg zum Badeort Pattaya in Thailand ums Leben, darunter viele Schülerinnen im Alter zwischen 10 und 14 Jahren.

April 2013: Bei einem Busunglück in Südafrika sterben acht Schüler. Der Fahrer hatte auf einer Straße nördlich von Durban offenbar die Kontrolle über das Fahrzeug verloren.

November 2012: Ein Zug erfasst an einem unbeschrankten Bahnübergang im Süden Ägyptens einen Bus und reißt 50 meist vier bis sechs Jahre alte Kinder in den Tod. Auch der Busfahrer und ein Begleiter sterben.

März 2012: Ein belgischer Reisebus rast im Tunnel der Autobahn 9 bei Siders in der Schweiz in eine Nothalte-Nische. Unter den Toten sind 22 Schulkinder aus Belgien und den Niederlanden.

  • Leichensäcke vor dem ausgebrannten Bus.
    foto: reuters/stringer

    Leichensäcke vor dem ausgebrannten Bus.

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