Das unweigerliche Salzburger Double

18. Mai 2014, 18:41
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Der Meister holt in Klagenfurt mit einem 4:2-Finalsieg gegen den durchaus wackeren Zweitligisten St. Pölten auch den Cup 

Klagenfurt – Meister Red Bull Salzburg verabschiedete Trainer Roger Schmidt wie erwartet mit einem weiteren Titel. Der haushohe Favorit schlug im Cupfinale zu Klagenfurt Erstligist SKN St. Pölten mit 4:2 (2:1), komplettierte also das zweite Double nach 2012. Die Frage, ob Gerald Baumgartner, der Coach des Außenseiters, auch in seinem 15. Cupspiel en suite siegreich bleiben kann, wurde allerdings wider Erwarten relativ spät mit einem Nein beantwortet.

Die Partie vor immerhin 11.600 Zusehern kam nur langsam in die Gänge. St. Pölten, in der Liga eine Runde vor Schluss an vierter Stelle, hielt sich die Salzburger Offensivkünstler mit viel Einsatz vom Leib, die erste Chance des Spiels ereignete sich erst in der 34. Minute, aber Alan, mit sechs Treffern bester Schütze im Bewerb, scheiterte nach Vorlage von Kevin Kampl an Goalie Patrick Kostner. Der hatte eine Minute später dann nichts zu melden, als Florian Klein einen feinen Pass nach Solo von Stefan Ilsanker zur Führung verwertete.

Allerdings hob noch nicht das erwartete Salzburger Schützenfest an. Im Gegenteil: Einen Eckball von Konstantin Kerschbaumer und eine Unachtsamkeit von Christian Schwegler nützte der Spanier Jano, mit bürgerlichem Namen Alejandro Velasco Fariñas, per Kopf zum Ausgleich (40.). Die Freude währte nicht lange. St. Pölten fiel nämlich dem Offensivpressing von Klein zum Opfer. Goalie Kostner, vom Neo-Stuttgarter bedrängt, traf diesen mit einem Abschlag, was Kampl zum 2:1 nützte (42.).

Nach Seitenwechsel fehlte Baumgartners Schützlingen der Glaube an ein Wunder, wie es der Coach im Finale des Vorjahres mit Pasching gegen die Austria vollbracht hatte (1:0). Als Torschützenkönig Jonatan Soriano nach Vorlage von Valon Berisha netzte – St. Pöltens Kapitän Tomasz Wisio fälschte noch ab –, war die Sache erledigt (63.). Keinen Assistenten brauchte der Spanier für das 4:1 (68.). Zur Freude der vielen angereisten Niederösterreicher konnte der Engländer Gary Noel noch verschönern (70.). (red - DER STANDARD, 18.5. 2014)

ERGEBNIS Fußball-ÖFB-Cup-Finale 2014:

FC Red Bull Salzburg - SKN St. Pölten 4:2 (2:1). Klagenfurt, Wörthersee Stadion, 11.600 Zuschauer, SR Dintar.

Tore: 1:0 (35.) Klein, 1:1 (40.) Jano, 2:1 (42.) Kampl, 3:1 (63.) Soriano, 4:1 (67.) Soriano,

4:2 (70.) Noel

Salzburg: Gulacsi - Schwegler, Ramalho, Hinteregger, Ulmer - Ilsanker - Klein, C. Leitgeb (77. Hierländer), Kampl - Alan (58. Berisha), Soriano (86. R. Zulj)

St. Pölten: Kostner - Dober, Grasegger, Wisio, Holzmann - Jano - Hofbauer, Brandl (30. Kragl), Kerschbaumer (81. Bozkurt), Sadovic - Fucik (53. Noel)

Gelbe Karten: Keine bzw. Kerschbaumer, Grasegger

Stimmen:

Roger Schmidt (Trainer Salzburg): "Es geht etwas Großartiges zu Ende. Wir haben eine super Saison gespielt, das war die Krönung. Dass es keine Selbstverständlichkeit war, hat man gesehen. St. Pölten war ein würdiger Gegner. Ich bin sehr stolz, dass wir das geschafft haben. Wir sind immer klarer Favorit, egal wo wir spielen. Aber wir haben das ausgeblendet. Wir werden jetzt würdig feiern, ich denke, die Mannschaft wird es richtig krachen lassen. Sie hat es sich auch verdient."

Florian Klein (Torschütze Salzburg): "Das ist ein perfekter Abschluss. Das ist für uns alles super, auch für mich persönlich. So klar war der Sieg nicht, es war schon schwierig. Der Gegner hat alles gegeben, aber wir haben das super gemeistert."

Kevin Kampl (Torschütze Salzburg): "Wenn man als Favorit ins Spiel geht, ist nicht so leicht. Im Pokal kann alles passieren. Die Saison war auch sehr lang, aber der Sieg war verdient, wir hatten die besseren Chancen. Bei einigen Toren hatten wir auch Mithilfe vom Gegner. Aber nun können wir einmal feiern."

Gerald Baumgartner (Trainer St. Pölten): "Eine Enttäuschung ist es nicht wirklich, wir waren knapp dran, die Jungs haben das gut gemacht. Wir haben uns wenigstens zwei Tore selbst geschossen, aber Salzburg ist eine brutal starke Mannschaft. Gratulation an Salzburg zum Double. Wir haben alles rein gehauen. Aber in einzelnen Positionen hat Salzburg extrem gute Qualität. Andere Mannschaften hätten gerne nur 2:4 gegen Salzburg verloren."

  • Florian Klein, der sich nach dieser Partie nach Deutschland zum VfB Stuttgart verflüchtigt, brachte Salzburg in Klagenfurt auf den Weg.
    foto: apa/eggenberger

    Florian Klein, der sich nach dieser Partie nach Deutschland zum VfB Stuttgart verflüchtigt, brachte Salzburg in Klagenfurt auf den Weg.

  • Fertig.
    foto: apa/epa/eggenberger

    Fertig.

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