Malis Regierung spricht nach Geiselnahme von "Krieg"

19. Mai 2014, 06:33
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Schwere Auseinandersetzungen bei Besuch Regierungschef Moussa Maras in Kidal

Bamako - In der Stadt Kidal im Nordosten Malis sind nach Angaben der Vereinten Nationen zwei Zivilisten und acht Behördenvertreter getötet worden. Wie die UN-Blauhelmmission Minusma in dem westafrikanischen Land am Sonntag mitteilte, handelte es sich bei den Behördenvertretern um Mitarbeiter des Gouverneurssitzes von Kidal, wo Extremisten zuvor Geiseln genommen hatten. Die Mission verurteilte die Gewalt.

Bei schweren Gefechten zwischen der malischen Armee und aufständischen Tuareg waren im Nordosten Malis am Samstag nach Regierungsangaben 36 Menschen getötet worden, darunter acht Soldaten. Zudem nahm die Extremistengruppe Nationale Befreiungsbewegung von Azawad (MNLA) der Tuareg demnach in Kidal etwa 30 Behördenvertreter als Geiseln.

Die Auseinandersetzungen fanden während eines Besuchs von Regierungschef Moussa Mara statt. Nach Regierungsangaben wurden auch dutzende Menschen verletzt. Nach eigenen Angaben brachte die Armee in Kidal alle von Aufständischen besetzten Gebäude mit Ausnahme des Gouverneurssitzes wieder unter ihre Kontrolle. Dort hielten die MNLA-Rebellen die Geiseln fest.

"Alle Eventualitäten"

Nach der Geiselnahme rüstet sich die Armee Malis für einen Einsatz gegen die Extremisten in der Region. Das Militär bereite sich "auf alle Eventualitäten" vor, sagte Regierungschef Moussa Mara am Sonntag nach einer Reise in die Krisenregion im malischen Fernsehen. Es sei mit "geeigneten Reaktionen" auf die Taten der Extremisten zu rechnen.

Bereits zuvor sagte Mara während eines Aufenthalts in der nordöstlichen Stadt Gao der Nachrichtenagentur AFP, "die Terroristen" hätten "Mali den Krieg erklärt". Deswegen befinde sich das Land nun "im Krieg". "Wir werden alle Mittel aufbringen, um diesen Krieg zu führen", sagte Mara. Staatschef Ibrahim Boubacar Keïta will sich am Montag an das Volk wenden. (APA, 18./19.5.2014)

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