US-Gericht stoppt Zwangsernährung von Guantanamo-Häftling 

18. Mai 2014, 10:17
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Menschenrechtsgruppe prangert gewaltsamen Umgang mit Syrer an

Washington - Ein US-Bundesgericht hat die Zwangsernährung eines syrischen Häftlings im Gefangenenlager Guantanamo vorübergehend gestoppt. Richterin Gladys Kessler ordnete am Freitag an, dem Gefangenen Abu Wa'el Dhiab bis Mittwoch keine Nahrung mehr gegen seinen Willen zuzuführen. Zudem forderte sie die US-Behörden auf, Videos von der Behandlung des 42-Jährigen auszuhändigen.

Zehn Jahre ohne Prozess

Nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Reprieve zeigen die Aufnahmen, wie der Gefangene zwischen April 2013 und Februar 2014 von Wachleuten gewaltsam aus seiner Zelle gebracht und zwangsernährt wird. Der Syrer wird seit mehr als zehn Jahren ohne Prozess auf dem US-Militärstützpunkt auf Kuba festgehalten, obwohl bereits 2009 seine mögliche Freilassung beschlossen wurde.

Die US-Regierung hatte bestätigt, dass der gebürtige Libanese Dhiab, der in einen Hungerstreik getreten war, zwangsernährt wird. Nach Einschätzung von Reprieve ist eine Rückkehr Dhiabs nach Syrien wegen des dort herrschenden Bürgerkriegs derzeit nicht möglich. Zudem sei er gesundheitlich schwer angeschlagen. Die Aktivisten nannten die Behandlung Dhiabs "höchst verstörend".

Menschenrechtsgruppen prangern seit Langem an, dass die Insassen in Guantanamo jahrelang ohne rechtsstaatlichen Schutz festgehalten werden. In dem nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eingerichteten Lager werden noch immer 154 Männer festgehalten. (Reuters, 18.5.2014)

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